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Merkblatt für die Teilnahme am Landeswettbewerb "Familien- und kinderfreundliche Gemeinde" 2013

Ziele des Wettbewerbes

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie schreibt den Landeswettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ aus.

Ausgehend vom Familien- und Kinderpolitischen Programm der Landesregierung und der darin verankerten Zielstellung, Brandenburg zu einer besonders familienfreundlichen Region zu machen, soll der Wettbewerb zur Fortentwicklung einer familienfreundlichen Gestaltung des Lebensumfeldes auf kommunaler Ebene beitragen. Der Landeswettbewerb folgt in seinen Schwerpunkten dem Landesprogramm für Familien- und Kinderfreundlichkeit und steht der sozialpolitischen Programmatik der Landesregierung entsprechend in einem engen Zusammenhang zu angrenzenden Politikfeldern wie Beschäftigung und Pflege. 

Durch den Wettbewerb sollen diejenigen Gemeinden eine öffentliche Auszeichnung erhalten, die in den verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern gute Lebensbedingungen für Familien schaffen.

Entscheidend für die Bewertung ist, inwieweit die eingereichten Konzepte und Maßnahmen sich in ihrer Gesamtheit auf die familien- und kinderfreundliche Gestaltung der Gemeinde auswirken.

Durch die Vorstellung familien- und kinderfreundlicher Konzepte, Maßnahmen, Projekte und Initiativen werden gleichzeitig Anregungen und Impulse für andere Gemeinden für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien gegeben. Darüber hinaus soll der Wettbewerb eine trägerübergreifende und lösungsorientierte Zusammenarbeit bzw. Vernetzung zwischen einzelnen Initiativen, Trägerstrukturen, Projekten und den Gemeinden anregen. Das bezieht sich beispielsweise auf die Initiierung und Arbeit von Lokalen Bündnissen für Familie, Eltern-Kind-Zentren, Eltern-Kind-Gruppen, Mehrgenerationenhäusern sowie Lokalen Netzwerken Gesunde Kinder.

Teilnehmerkreis

Am Wettbewerb können sich alle Städte und Gemeinden des Landes Brandenburg beteiligen. Bewerbungen von Städten und Gemeinden, die sich bereits an vorangegangenen Wettbewerben beteiligt haben bzw. ggf. ausgezeichnet wurden, sind möglich.
Bewerbungen von einzelnen Ortsteilen werden nicht berücksichtigt.

Wettbewerbsbeiträge

Die Wettbewerbsbeiträge sollen laufende bzw. bereits realisierte Konzepte und Maßnahmen betreffen. Die Wettbewerbsbeiträge können sich beispielsweise auf folgende Handlungsfelder beziehen:

Familien- und kinderorientierte Zielsetzung der Gemeindeentwicklung, z. B.
Anerkennung der Leistung von Familien für das Gemeinwesen durch die Schaffung von Möglichkeiten der Familien zur aktiven Gestaltung ihrer Lebensbereiche

Konzeptionelle familien- und kinderorientierte Gemeindeentwicklungsplanung; Bilanzierung und Weiterentwicklung familienpolitischer Zielstellungen; Erstellung eines Familienberichtes o.ä.

Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte durch die Bildung familienfreundlicher Netzwerkstrukturen wie beispielsweise Lokale Bündnisse für Familie, Netzwerke Gesunde Kinder, Eltern-Kind-Zentren, Eltern-Kind-Gruppen, usw.

Soziale und kulturelle Infrastruktur, z. B.
Familienunterstützende Betreuungsangebote (Tageseinrichtungen für Kinder, Nutzung flexibler und bedarfsgerechter Angebote, Betreuung durch Tagesmütter); Betreuungshilfen in besonderen familiären Belastungssituationen; Angebote für Kinder und Jugendliche, Nutzung der Ressourcen und Kompetenzen von Kindertagesstätten und Schulen als Orte für Kinder und für die Unterstützung der Eltern

Öffnung von Kindertagesstätten, Gemeindezentren, Alten- und Pflegeeinrich-tungen als Orte der Begegnung und Servicestationen; Arbeit von Mehr-generationenhäusern und Eltern-Kind-Zentren

Ehrenamtliche Betreuungs- und Erziehungsangebote, Mutter-Kind-Gruppen, Elterngesprächskreise; Nachbarschaftshilfe (für Alleinerziehende, für Menschen mit Behinderung, ältere und pflegebedürftige Angehörige etc.)

Haushaltsnahe bzw. mobile Dienstleistungsangebote, multifunktionale Dienstleistungs- und Servicezentren

Angebote zur Familienbildung sowie zur Gewaltprävention, Beratung und Information; Hilfe und Unterstützung für Eltern in der praktischen Erziehungs- und Bildungsarbeit, Nutzung von Internetangeboten

Schaffung von generationenübergreifenden Möglichkeiten für Sport und Kultur sowie von Begegnungsmöglichkeiten für Familien; Förderung des Vereinswesens (Chor, Sportvereine etc.); Angebote durch Freizeit- und Kultureinrichtungen; Möglichkeiten für Familien zur Nutzung neuer Medien

Angebote von Familienfreizeiten; integrative Angebote für Familien unterschiedlicher sozialer und kultureller Lebenslagen (z. B. für alte und junge Menschen, neu zugezogene und alt einwohnende Familien, Migrantenfamilien, Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen)

Schaffung einer gesundheitsförderlichen Umwelt; präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung

Kooperationsmodelle zur Früherkennung von Förderbedarfen bzw. von Entwicklungsproblemen; Arbeit mit Lokalen Netzwerken Gesunde Kinder

Gestaltung des Wohnumfeldes; Erhöhung der Mobilität von Familien, z. B.
Familienorientierte und altersgerechte Entwicklungs- und Baulandplanung; Unterstützung bei Bereitstellung von familiengerechtem Wohnraum bzw. von Wohnraum für das Zusammenleben von mehreren Generationen

Kinder- und generationengerechte Gestaltung des Wohnumfeldes durch naturnahe und gefahrlose Flächen als Spiel- und Erholungsraum; phantasievolle und naturnahe Gestaltung von Spiel und Bolzplätzen

Familiengerechte Infrastruktur; räumliche Nähe bzw. gute Erreichbarkeit von Einkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen, ärztliche Versorgung

Erhöhung der Mobilität von Familien durch eine familienfreundliche Verkehrsinfrastruktur; Ausdehnung des Radwegesystems; familienorientierte Gestaltung/Sicherung des Wegesystems insgesamt

Erfahrung mit verkehrsberuhigten Wohnstraßen oder verkehrsfreien Siedlungsformen

Kind- und altersgerechte Straßenverkehrsanlagen; Erreichbarkeit und Gestaltung der Haltepunkte des öffentlichen Personennahverkehrs; Einrichtung von Bürgerbusdiensten

Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, z. B.
Unterstützungsmaßnahmen und Projekte, die die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsleben in den Gemeinden fördern und den Nutzen für die Familien verdeutlichen

Angebote zur Förderung der Familienfreundlichkeit wie flexible Arbeitszeitmodelle, betriebsnahe und bedarfsgerechte Kinderbetreuung u.a. durch Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen in Kooperation mit Kommunen, freien Trägern etc.

Impulse durch die Kommunen zur Zusammenarbeit von Lokalen Bündnisse für Familie und Unternehmen

Wirtschaftliche Hilfen, z. B.
Ermäßigte Gebühren für Familien mit Kindern in kommunalen Einrichtungen oder bei Inanspruchnahme von Verwaltungsleistungen

Unterstützung bei der Verbesserung der Wohnsituation von Familien; Preisstaffelung bei der Bereitstellung von gemeindeeigenem Bauland für Familien

Sonstige Unterstützungsleistungen für Familien

Familienorientierung der Gemeindevertretung und Verwaltung, z. B.
Familienfreundliche Öffnungszeiten der Verwaltung, Einrichtung von Bürgersprechstunden etc.; Angebote zur Kinderbetreuung während der Sprechzeiten

Informationsangebote über familienspezifische Leistungen, auch unter Nutzung der neuen Medien (Internet)

Unterstützung und Beratung von Familien bei der Durchsetzung ihrer Rechte und Anliegen

Wahrnehmung von Familienbelangen in kommunalpolitischen Gremien (Gemeindevertretungen, Ausschüsse o. a.)

Möglichkeiten und Angebote zur direkten Beteiligung von Familien, Kindern und Jugendlichen an sie besonders betreffenden kommunalen Entscheidungen

Kooperationsformen und -partner der Gemeinde, z. B.
Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern der Familienarbeit, mit Kirchen, Stiftungen und gemeinnützigen Verbänden/Vereinen

Anregung, Anerkennung und Nutzung von ehrenamtlicher Arbeit; Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen

Regionale und überregionale Kooperation mit familienorientierter Zielsetzung

Besonders auszeichnungswürdig sind Wettbewerbsbeiträge, die sich beziehen auf:
Handlungsfeldübergreifende Maßnahmen und Konzepte, die mehrere kommunale Handlungsfelder ganzheitlich zum Zweck der Familienförderung verbinden

Trägerübergreifende Projekte, z. B. von mehreren Trägern gemeinsam durchgeführte oder koordinierte Maßnahmen und Angebote

Initiierung und Arbeit von Netzwerken von und für Familien

Bewertungskriterien

Für eine Prämierung kommen ausschließlich Gemeinden in Betracht, deren eingereichte Konzepte und Maßnahmen in ihrer Gesamtheit familien- und kinder- freundlich gestaltet sind.

Die Bewertung berücksichtigt die Größe der jeweiligen Gemeinden (Einwohnerzahl).

Die Bewertung der Wettbewerbsbeiträge erfolgt auf der Grundlage einheitlicher Bewertungskriterien und berücksichtigt insbesondere: 

  • Förderung der Eigenverantwortlichkeit der Familie und des Subsidiaritätsprinzips 
  • Förderung der Eigenständigkeit von Kindern und Jugendlichen 
  • Förderung der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbstätigkeit 
  • Förderung der Beteiligung von Familien, Kindern und Jugendlichen am gesellschaftlichen Leben 
  • Unterstützung von Familien in besonderen Belastungssituationen (z.B. Familien mit behinderten und/oder pflegebedürftigen Angehörigen) 
  • Unterstützung und Einbindung von Migrantenfamilien 
  • Förderung der Solidarität und Kooperation der Generationen 

 

Bewerbungsunterlagen

Die einzureichenden Unterlagen müssen hinreichenden Einblick in Qualitäten und Quantitäten der zu beurteilenden Maßnahmen geben. Hierfür ist ein Bewerbungsbogen auszufüllen, der zum einen eine kurz gefasste Darstellung zur Ausgangssituation und Zielsetzung sowie zu den Auswirkungen und den Beteiligten des Wettbewerbsbeitrages, zum anderen eine nach den verschiedenen Handlungsfeldern gegliederte Beschreibung der einzelnen Maßnahmen und Projekte zur familien- und kinderfreundlichen Gestaltung des kommunalen Lebensumfeldes umfasst.

Der Umfang der gesamten Bewerbung sollte 20 Seiten möglichst nicht überschreiten. Pläne, Zeichnungen, Fotos, Satzungen usw. sollten der Bewerbung beigefügt werden, soweit sie zur Beurteilung des Wettbewerbsbeitrages notwendig sind.

Die Teilnehmer geben durch Ihre Bewerbungen die Zustimmung zur eventuellen Veröffentlichung der eingereichten Unterlagen. Die Unterlagen gehen in das Eigentum des Veranstalters über.

Ablauf des Wettbewerbes

Bewerbungsschluss ist der 02. August 2013 (Datum des Poststempels).

Über die Prämierung entscheidet eine Jury. Die Jury tagt nicht öffentlich. Ihre Entscheidung ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Am Wettbewerb teilnehmende Gemeinden werden voraussichtlich in den Monaten September/Oktober 2013 besucht.

Preise und Auszeichnung

Die Preisverleihung wird am 02.12.2013 vorgenommen.

Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie stellt (projektbezogene) Preisgelder in Höhe von insgesamt 76.700 Euro zur Verfügung.

Die Gemeinden sollen das Preisgeld zweckgebunden für ein Vorhaben einsetzen, das zur Weiterentwicklung der örtlichen Familien- und Kinderfreundlichkeit beiträgt.

Anschrift

Bewerbungen sind bis zum 02.08.2013 an folgende Anschrift einzureichen:

Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie
Abteilung 2, Referat 22
Heinrich-Mann-Allee 103
14473 Potsdam

Bewerbungsunterlagen sind ebenfalls über diese Adresse sowie im Internet unter www.masf.brandenburg.de erhältlich.

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