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Ausstellungseröffnung „Kreuz und Quer - Lebenswege von Frauen in Brandenburg“, 25.04.2018

Sehr geehrte Anwesende,

vielen Dank für die Einladung, hier in der Lila Villa die Ausstellung "Kreuz & Quer - Lebenswege von Frauen in Brandenburg" zu eröffnen!

Freue mich sehr, die Ausstellung heute wiederzusehen, denn seit ich sie das letze Mal gesehen habe, sind schon eineinhalb Jahre vergangen und sie hat jetzt schon einige Stationen im Land Brandenburg gehabt.

Die Rapperin Haiyti singt:

Ich bin ganz anders, ganz speziell
Ich bin ein Serienmodell
Wenn ich komm', komm' ich bestellt
Und jeder Mensch kennt meine Welt
Ich bin ein Serienmodell, ey, ein Serienmodell

Ganz anders die Brandenburgerinnen, die in dieser Ausstellung vorgestellt werden. Sie sind alle einzigartig und mussten sich ihren Lebensweg mühsam selbst erarbeiten. Den eigenen Weg zu finden, ist nämlich manchmal gar nicht so ganz einfach. Das gilt besonders dann, wenn Vorbilder fehlen - oder wenn es sogar Hindernisse auf dem Weg gibt.

Das gilt auch für Männer – ich denke an Jungs, die Glitzer mögen oder männliche Erzieher. Aber besonders oft (und mit lebenslangen gravierenden Konsequenzen) gilt das leider auch heute noch für Frauen. Frauen haben es oftmals schwerer, sich mit ihren Ideen und Idealen, Kompetenzen und Stärken in unserer Gesellschaft und im Berufsleben durchzusetzen. Häufiger werden sie nicht ernstgenommen, nicht unterstützt oder gefördert, sie haben auch seltener die Mittel zur Verfügung sich frei entscheiden zu können.

Es gibt Erwartungen an Frauen: von Männern, der Familie, eigene Vorstellungen von der Rolle als Frau und es gibt andere Frauen, die auf uns einwirken und uns mit ihren Erwartungen konfrontieren. Manchmal passen Erwartungen, Vorstellungen und Realität gut zusammen – manchmal aber auch nicht.

Das erste Stück Arbeit ist geschafft, wenn man sich selbst klar geworden ist, in welche Richtung es gehen soll. Dieser Prozess des In-sich-Hineinhorchens, des Ausprobierens und der vielleicht auch vergeblichen Versuche kann Jahre dauern, wie wir in der Ausstellung auch anschaulich erfahren. Dann ist es leicht, wenn man Rückhalt hat oder Vorbilder, die einem den Weg weisen. Dann können diese Wege ruhig auch kreuz und quer verlaufen.

Allein auf sich gestellt, fällt es wesentlich schwerer, Entscheidungen zu fällen. Erst recht gilt das, wenn andere mitmachen müssen, zum Beispiel Kinder. Da können Zweifel so groß werden, dass eine einmal getroffene Entscheidung wieder infrage gestellt wird.

Die hier in der Ausstellung porträtierten Frauen haben alle diesen Prozess durchlaufen. Sie können die eine oder andere Anekdote davon erzählen, was in ihrem Leben gelang und gelingt und was nicht. Eines haben sie alle gemeinsam: sie gingen und gehen ihren eigenen Weg und machen damit allen Frauen Mut, es ihnen nachzumachen.

Sie sind Vorbilder und ermuntern dazu, sich von Erwartungshaltungen anderer zu lösen und der eigenen inneren Stimme zu folgen. Sie zeigen, dass es sich lohnt - für Sie selbst und für die ganze Gesellschaft.

Gerade hier im Mädchentreff, wo so manche wichtige Entscheidung gefällt wird über

  • Schulbesuch, Wahl des Ausbildungsplatzes oder eine Auslandsjahres,
  • Über den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen in der Familie oder unter Freundinnen und Freunden,
  • Oder in ganz anderen Bereichen

Besonders hier möchte ich Ihnen Mut machen, ganz frei darüber nachzudenken, wie der Lebensweg für Sie ganz persönlich aussehen könnte. Probieren Sie es aus und trauen Sie sich! Und vergessen Sie bloß überholte Geschlechterbilder – die engen im Zweifel ein und helfen Ihnen nicht weiter.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie viele Anregungen und Ideen aus dieser wunderbaren Ausstellung mitnehmen können. Und nicht vergessen: Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Ich wünsche Ihnen spannende Einblicke und viele überzeugende Vorbilder, und der Ausstellung viele interessierte Besucherinnen und Besucher!

Vielen Dank!