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03.12.2017Studie „Integration machen Menschen“ zur aktuellen Situation des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe | 188/2017

Die erste umfassende Studie zum Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe im Land Brandenburg wurde in diesem Jahr von der Integrationsbeauftragten und dem Urania Landesverband erarbeitet. Unter dem Titel „Integration machen Menschen“ sind soeben die Studienergebnisse erschienen. Die Publikation wird am kommenden Dienstag, dem 5. Dezember 2017, auf einer Dialogwerkstatt in Potsdam präsentiert. An der Studie beteiligten sich 512 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler. Fast 97 Prozent der Befragten würden sich vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen erneut engagieren. Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier: „Ich bin vom hohen Engagement der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler für geflüchtete Menschen sehr beeindruckt. Sie sind inzwischen zu Expertinnen und Experten in Sachen Integration geworden. Ihr Engagement wird auch weiter gebraucht und ist für das Gelingen von Integration im Land Brandenburg unverzichtbar.“

Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler spielen in der Aufnahme und Integration von Geflüchteten eine zentrale Rolle. Durch eine Vielzahl von Aktivitäten und mit großem Engagement unterstützen sie das Ankommen der Geflüchteten in der brandenburgischen und der bundesdeutschen Gesellschaft.

Lemmermeier: „Das Land Brandenburg bietet bereits seit 2015 vielfache Unterstützung an – die Förderung von Willkommensinitiativen, Workshops, Seminaren sowie Dialogveranstaltungen. Die Befragung hat gezeigt, dass diese Instrumente wirksam sind.“

Seit September 2015 durchlief das ehrenamtliche Engagement verschiedene Phasen. Gerade in der zweiten Jahreshälfte 2016 war in den Medien immer wieder von einem Stimmungsumschwung auch im Ehrenamt für Geflüchtete die Rede. Insgesamt konnte der Eindruck entstehen, dass das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe am Ende wäre. Dies war Anlass zur Durchführung einer Studie im gesamten Land Brandenburg. Die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sollten selbst zu Wort kommen.

Die nun vorliegende Publikation bietet einen umfassenden Einblick in das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe im Land Brandenburg. Es wird aufgezeigt, wer sich ehrenamtlich engagiert, welche Tätigkeiten ausgeführt werden, wie die Stimmung ist und welche Unterstützungswünsche bestehen. Die Fragen nach der Motivation, den Veränderungen und größten Barrieren sowie der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt werden ebenfalls beantwortet.

Die an dieser Studie beteiligten Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler werden von einer tiefen humanitären Einstellung getragen. Sie sind von der Notwendigkeit, der Sinnhaftigkeit und auch von der Wirksamkeit ihres Engagements überzeugt. Die ehrenamtlich Engagierten haben ausführlich von den Herausforderungen berichtet, vor denen sie stehen. Eine ganz besondere Schwierigkeit stellen Abschiebungen dar. Die Menschen, die in der Studie zu Wort kommen, verstehen nicht, dass Geflüchtete, die mit ihrer Hilfe Deutsch gelernt und Arbeit gefunden haben, Brandenburg plötzlich wieder verlassen müssen. Sie sind zu neuen Freunden und Nachbarn geworden. Die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler vermitteln Werte und das Demokratieverständnis der deutschen Gesellschaft. Sie verstehen ihr Engagement auch als Einsatz gegen Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Studie macht deutlich, dass bei den ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierten Brandenburgerinnen und Brandenburgern ein starker Wille spürbar ist, sich auch weiterhin für die Integration der Geflüchteten einzusetzen. Für viele ist es, wie es in einer Antwort formuliert wird, „ein Engagement auf Jahre“.

Lemmermeier: „Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist allerdings keine Selbstverständlichkeit und die Fortführung des Engagements bedarf guter Rahmenbedingungen. Dafür setzt sich die Landesregierung ein. Denn das Land Brandenburg hat ein großes Interesse daran, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, auch weiterhin aktiv bleiben. Für die Integration der Geflüchteten sind sie unverzichtbar. Werden die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement gestärkt, profitieren alle Beteiligten davon.“

Am 5. Dezember 2017 werden die Studienergebnisse in der Staatskanzlei in Potsdam im Rahmen einer Dialogwerkstatt präsentiert. Haupt- und Ehrenamtliche können sich darüber hinaus in Arbeitsforen zu den Themen „Weiter so oder doch ganz anders? Veränderungen in den Aufgaben“ und „Qualifiziert und Engagiert: Möglichkeiten und Grenzen der Qualifizierung ehrenamtlich Engagierter“ austauschen.

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