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07.08.2017Schülerbefragung zum Suchtverhalten: Weniger Tabak und Alkohol | 114/2017

Almuth Hartwig-Tiedt Neues Fenster: Bild - Almuth Hartwig-Tiedt - vergrößern Foto: BILDHAUS. Karoline Wolf

Schülerinnen und Schüler rauchen heute wesentlich weniger als noch vor 12 Jahren. Sie trinken weniger Alkohol und Rauschtrinken ist seltener geworden. Über die Ergebnisse der mittlerweile 4. Befragung von Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen zum Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen informierten heute in Potsdam Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt und Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. An der Befragung haben landesweit rund 11.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Hartwig-Tiedt: „Die Zahlen sind erfreulicherweise rückläufig, Jugendliche rauchen und trinken nicht mehr so viel wie noch vor einigen Jahren. Dennoch gefährden nach wie vor tausende Mädchen und Jungen ihre Gesundheit durch den Konsum von Tabak und Alkohol. Deshalb ist es auch weiterhin notwendig, gemeinschaftlich auf Prävention von Tabak- und Alkoholkonsum zu setzen. Das Gesundheitsministerium fördert Suchtprävention und Suchthilfe jährlich mit rund 2,6 Millionen Euro.“

2005, zum Zeitpunkt der ersten Befragung, rauchten noch 41 Prozent der Mädchen und 37 Prozent der Jungen mindestens einmal die Woche. 2017 rauchen nur noch etwa 17 Prozent der Jugendlichen in den 10. Klassen. Der große Rückgang soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch etwa 4.000 Jugendliche regelmäßig zur Zigarette greifen und sich damit massiv schädigen. Der Tabakkonsum variiert je nach Schultyp. Weniger als 10 Prozent der Jugendlichen in Gymnasien rauchen, in anderen Schultypen wird deutlich mehr geraucht.

Anders als beim Tabakkonsum gibt es bei Alkohol keine wesentlichen Unterschiede nach Schultyp. Der regelmäßige Alkoholkonsum ist in den vergangenen 12 Jahren bei beiden Geschlechtern kontinuierlich zurückgegangen. 2005 tranken noch 34 Prozent die Schüler regelmäßig, das heißt mindestens einmal die Woche. 2017 sind es nur noch 15 Prozent. Parallel zu dieser Entwicklung ist der Anteil der Jugendlichen gestiegen, die bis zum Alter von 16 Jahren noch nie Alkohol getrunken hatten.

Hartwig-Tiedt: „Der Konsum von Tabak, Alkohol und anderen Substanzen in jungen Jahren hat Folgen für den gesamten Lebensverlauf. Wer früh regelmäßig psychoaktive Substanzen konsumiert, läuft Gefahr, diesen Konsum Jahrzehnte lang fortzusetzen. Und umgekehrt gilt, dass ein Verzicht oder wenigstens ein Aufschieben regelmäßigen Konsums in der Jugend zu einer viel günstigeren Prognose führt. Das heißt konkret, wenn Jugendliche nur halb so viel Tabak rauchen wie 12 Jahre zuvor, werden Tausende vorzeitige Todesfälle und Tausende langwieriger chronischer Krankheiten vermieden.“

Beim Konsum illegaler Drogen wird in der Befragung zwischen drei Kategorien unterschieden: Cannabis, illegale Drogen wie Kokain, Heroin, LSD, Ectasy und davon getrennt die illegalen Drogen Amphetamine und Methaphetamin. Zwischen 2 und 6 Prozent der Brandenburger Schülerinnen und Schüler konsumieren regelmäßig Cannabis, sie nehmen die Droge mindestens einmal pro Woche. Jungen konsumieren häufiger als Mädchen. Es ist ein Anstieg auf niedrigem Niveau zu verzeichnen, in absoluten Zahlen geht es um etwa 400 Jugendliche in den 10. Klassen im ganzen Land.

Hardeling: „Die Ergebnisse der Schülerbefragung bilden die Grundlage für die weiteren Aktivitäten der Suchtpräventionsfachkräfte im Land Brandenburg. Die fünf überregionalen Suchtpräventionsfachstellen und die Landesstelle für Suchtfragen koordinieren die Projekte für verschiedene Zielgruppen. So werden bereits suchtpräventive Projekte im Bereich Kita und Grundschule angeboten, die auf die Stärkung der Lebenskompetenz der Kinder ansetzen sowie die Erziehungskompetenz der Eltern in Bezug auf Suchtmittelkonsum oder auch Mediengebrauch stärken sollen. Suchtprävention bedeutet auch, die Vernetzung der regionalen Akteure im Bereich Erziehung, Schule und Gesundheitswesen zu fördern um Kinder und Jugendliche zu stärken.“

Erstmals wurden die Jugendlichen danach gefragt, ob sie schon einmal Opfer von Cybermobbing waren oder sich daran beteiligt haben. Deutlich mehr Mädchen (10 Prozent) als Jungen (4 Prozent) sagen von sich, dass sie bereits Opfer von Cyber-Mobbing geworden sind. 7 Prozent der Mädchen und 9 Prozent der Jungen räumen ein, selbst schon Täter gewesen zu sein.

Die Ergebnisse der Schülerbefragung werden in den Arbeitskreisen der Landessuchtkonferenz diskutiert und sind die Grundlage für weitere Aufklärung und Information auf Landes- und kommunaler Ebene. Sie sind für Schülerinnen und Schüler und auch für Eltern wichtig.

Die Befragung, angeregt durch die Landessuchtkonferenz, fand bereits zum 4. Mal statt. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie unter www.masgf.brandenburg.de.

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