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Vielfältige Angebote für brandenburgische Sportlerinnen

Sport ist eine tolle Sache - er macht Spaß, schafft neue Freundschaften und ist auch noch gesund. Zwar sind die Vorlieben für bestimmte Sportarten zwischen den Geschlechtern teils unterschiedlich, zwar gibt es Unterschiede zwischen Jung und Alt auch bei den Sportlerinnen, trotzdem spielt der Sport eine große Rolle bei der Freizeitgestaltung. Auch Brandenburgerinnen sind in vielerlei Hinsicht sportlich aktiv. Sportliche Angebote sind in den kleineren Orten unseres Landes mitunter die einzigen regelmäßigen geselligen Ereignisse und daher von besonderer Bedeutung gerade für diejenigen, die wenig mobil sind. Brandenburgische Sportlerinnen sind vor allem im Vereinssport aktiv. Daneben existieren unzählige privat organisierte und kommerzielle Angebote, etwa Fitnessstudios, wobei ganz vereinzelt in den brandenburgischen Städten auch Ableger internationaler Fitnessketten vertreten sind. Brandenburg hat zahlreiche anerkannte Leistungssportlerinnen hervorgebracht, von der Kanutin Birgit Fischer bis zu den Fußballerinnen von Turbine Potsdam.

Tag für Mädchen und Frauen im Sport

Der Frauenanteil im brandenburgischen Vereinssport konnte in den letzten Jahren deutlich auf nun fast 38 Prozent gesteigert werden. Die größten Zuwächse gibt es dabei bei Frauen über 60 Jahren. Offene Angebote und Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit, reine Frauenkurse haben nach wie vor ihre Berechtigung und werden sehr gut angenommen.

Der brandenburgische Landessportbund (LSB), Mitgliedsorganisation des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), fördert den Mädchen- und Frauensport auf verschiedene Art und Weise. Das jährliche Highlight ist der große Tag für Mädchen und Frauen im Sport, der seit 24 Jahren im Land Brandenburg stattfindet, zuletzt am 28. Mai mit über 600 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Land in Cottbus. Dieser Tag ist ein öffentlichkeitswirksames Event, das die Vielfältigkeit des Frauensports in Brandenburg präsentiert, Informationen vermittelt und zum Mitmachen einlädt. Aber es gibt auch kleinere Unterstützungsangebote: So werden neue Sportgruppen von mindestens zehn Frauen ab 14 Jahren mit 500 Euro gefördert, die z.B. für Trainerinnen oder Sportgeräte ausgegeben werden können.

Landesregierung fördert Frauenangebote

Die brandenburgische Landesregierung wird in diesem Jahr ein neues Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm verabschieden. Die geschlechtersensible Gesundheitsprävention und der gleichberechtigte Zugang im Breiten- und Spitzensport ist eines der Ziele dieses Programms. So wird mit verschiedenen Maßnahmen insbesondere die stärkere Beteiligung von Mädchen und Frauen am Vereinssport sowie in seinen Führungspositionen gefördert. Die Landesregierung unterstützt etwa die Neugründung von Frauensportgruppen, den Aktionstag für Mädchen und Frauen im Sport und die Weiterbildung für Frauen in Führungspositionen im Sport.

Frauen retten Vereine

Mit dem LSB gibt es einen starken Partner für die Förderung von Frauen und Mädchen im Sport. In seinem 2014 verabschiedeten Strategiepapier “Sportland Brandenburg 2020 - gemeinsam Perspektiven entwickeln” spricht sich der LSB explizit für die Förderung von Frauen auf den verschiedenen Ebenen des Vereinssports aus, aber auch für die verstärkte Einbeziehung von gesellschaftlichen Minderheiten und gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung. Vor diesem Hintergrund gestaltet der LSB seine Arbeit. Im Präsidium gibt es mit Frau Dr. Carola Wiesner eine Verantwortliche für Frauen und Mädchen im Sport, und mit Frau Karin Marquardt zudem noch eine Referentin u.a. für Frauen- und Mädchensport. Der brandenburgische Landessportbund formuliert in seinem Strategiepapier das Ziel, Frauen und Mädchen künftig stärker zu integrieren, Zugangsbarrieren zu Sportangeboten abzubauen und Frauen und Mädchen aktiv anzusprechen. Dafür soll es speziell entwickelte Angebote geben. Außerdem soll eine verstärkte Mitwirkung in Vorständen, Ausschüssen und anderen Entscheidungsgremien erreicht werden. Es konnte nämlich nachgewiesen werden, dass Nachwuchssorgen, Mangel an Trainern und auch finanzielle Engpässe seltener auftreten, wenn mehr Frauen in den Führungspositionen der Vereine vertreten sind. Frauen werden hier als “Motor für Innovation und Öffnung” gesehen. Bislang sind sie hier jedoch noch deutlich unterrepräsentiert. Wie an vielen anderen Stellen heisst es auch hier: Je höher die Funktion, desto niedriger der Frauenanteil. Das gilt sowohl in den verschiedenen Sportarten (Fachverbänden), als auch in den Stadt- und Kreissportbünden. Nur 16,3 Prozent der Sportvereine werden von Frauen geführt. Dieser Aufgabe widmen sich auch die Frauenbeauftragten, die regelmäßig durch den LSB fortgebildet werden. Unterstützt wird dieses Vorhaben seit einigen Jahren auch durch den DOSB.

Trainerinnen gesucht!

Ein Papier mit Empfehlungen aus der 6. Landessportkonferenz “Mädchen und Frauen gewinnen” analysiert die Situation im Land, gibt Hinweise zur Umsetzung der Empfehlungen und zeigt best practice-Beispiele auf. Als ein wichtiges Handlungsfeld wurden die Übungsleitenden erkannt. Der LSB bemüht sich um mehr weibliche Trainer und unterstützt die Trainerinnenausbildung, auch mit Unterstützung des DOSB. Die Integration von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund durch die Teilnahme an Sportangeboten wird ebenfalls vom LSB praktiziert und vom Land Brandenburg gefördert. Hier gibt es interessante Beispiele etwa vom Boxring 08 aus Lübben oder vom “Inlineskating mit Migrantinnen” in Finsterwalde. Weitere Förderungen können z.B. bei der Landesgleichstellungsbeauftragten und der Landesintegrationsbeauftragten beantragt werden (www.gleichstellung.brandenburg.de).

Gegen sexualisierte Gewalt im Sport

Ein Schwerpunkt in der Frauenarbeit des DOSB liegt auf der Bekämpfung von sexualisierten Übergriffen auf Frauen im Sport. Der LSB führt jährlich einen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Sport durch, zuletzt Ende 2015 in Bernau. Ziel ist es, für Gewalt zu sensibilisieren, Unterstützungsmöglichkeiten und Ansprechpersonen für Betroffene bekannt zu machen und miteinander zu vernetzen und Selbstverteidigungskurse durchzuführen. Auch an den brandenburgischen Hochschulen findet Gewaltprävention im Sport statt. Zuletzt wurden die Trainer/innen des Hochschulsports an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/ Oder in Gewaltprävention weitergebildet - Schulungen an weiteren Hochschulen sind in Planung. Dieses Thema findet auch europaweit Beachtung. Am 22. Juni erst fand eine europaweite Onlinediskussion zu Vorzeigeprojekten gegen sexualisierte Gewalt im Sport statt.

Sportlerinnen mischen sich in die Frauenpolitik ein

Das Thema Frauen im Sport ist vielfältig und es gibt noch zahlreiche weitere Ideen und Handlungsansätze. Auch auf der gesamtdeutschen politischen Ebene bleibt es spannend: Seit Juni 2016 ist die Leitung der größten bundesweiten Frauenorganisation, des Deutschen Frauenrats, in den Händen von Mona Küppers, einer DOSB-Vertreterin. Es ist zu erwarten, dass sie die Belange der Sportlerinnen auch auf dieser Ebene mit Nachdruck vertreten wird.