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Integration in Ausbildung und Arbeit

Der Zugang zu Arbeit ist einer der wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Integration von Flüchtlingen. Asylbewerberinnen und Asylbewerber sollen so schnell wie möglich Arbeit aufnehmen und für ihr Leben selbst sorgen können. Das setzt unter anderem einen Zugang für Asylsuchende zu Integrations- und Sprachkursen, die Abschaffung noch bestehender Restriktionen beim Arbeitsmarktzugang sowie den Abbau von Bürokratiehürden für Arbeitgeber, die Flüchtlinge beschäftigen wollen, voraus.

Das Interesse auch angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs ist groß: Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Brandenburg sind bereit, sich stärker zu engagieren und Flüchtlingen den Einstieg in eine Beschäftigung zu ermöglichen. Oftmals herrscht jedoch Unklarheit, unter welchen Voraussetzungen eine Beschäftigung oder Ausbildung von geflüchteten Menschen möglich ist und welche finanziellen Unterstützungen es zum Beispiel von den Arbeitsagenturen und Jobcentern gibt.

Laut einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur Lage von Flüchtlingen und anderen Migranten am deutschen Arbeitsmarkt ist die berufliche Qualifikation der Flüchtlinge deutlich geringer als bei anderen Ausländergruppen.[18] In dem Bericht heißt es: „Angesichts des geringen Durchschnittsalters – 55 Prozent der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre – besteht jedoch ein erhebliches Potenzial, das durch Investitionen in Bildung und Ausbildung qualifiziert werden kann. […] In den vergangenen fünf Jahren sind die Beschäftigungsquoten der ausländischen Bevölkerung in Deutschland deutlich gestiegen und die Arbeitslosenquoten gesunken.“

Eine weitere große Herausforderung bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist die Erfassung des Bildungsniveaus sowie der Qualifikationen und Kompetenzen von Flüchtlingen, um auf dieser Grundlage zielgerichtete Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu geben. Die Zuständigkeit für die Arbeitsmarktintegration liegt bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern. Doch sie allein werden diese Aufgabe nicht bewältigen. Die Landkreise und kreisfreien Städte mit ihren Ausländerbehörden, die Hochschulen und Universitäten, die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern, Netzwerke der Zivilgesellschaft, Anerkennungsstellen des Landes wie das Landesgesundheitsamt und Projekte wie das IQ Netzwerk Brandenburg müssen koordiniert vor Ort zusammen arbeiten.

Aufgabe des MASGF ist es, in den nächsten Monaten Informationen zu bündeln, Abläufe zu sortieren und transparent zu machen, gute Beispiele zu veröffentlichen, Erfahrungsaustausche in den Regionen zu organisieren. So hat das MASGF im Oktober 2016 ein Nachschlageheft mit dem Titel „Angebote für Geflüchtete in Brandenburg“ (u.a. Deutschkurse, Berufsorientierung, Ausbildung und Arbeit) und mit Ansprechpartnern (u.a. Integrationsbeauftragte der Landkreise und kreisfreien Städte) veröffentlicht.

Fachstelle "Migration und Gute Arbeit"

Das MASGF fördert die neue Fachstelle „Migration und Gute Arbeit“, die von der Weiterbildungseinrichtung ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg betrieben wird. Dafür wurden im Nachtragshaushalt 2016 im Einzelplan 07 150.000 Euro zusätzlich eingestellt.

Mit dem Anstieg der Zuwanderung, insbesondere von Flüchtlingen, steigt zugleich die Gefahr der Arbeitsausbeutung und der Abdrängung in die illegale Beschäftigung. Es sind nahezu ausschließlich Migrantinnen und Migranten, denen u.a. Lohn vorenthalten wird, Aufenthaltspapiere entzogen werden und die für das Abarbeiten hoher Schulden zur Arbeitsaufnahme genötigt werden. Geflüchtete Menschen sind demnach besonders verletzlich auf dem Arbeitsmarkt und haben einen besonderen Unterstützungsbedarf bei Problemen in einem Arbeitsverhältnis. Sie brauchen mehrsprachige Ansprechpartner, an die sie sich mit Problemen wenden können. Zudem ist eine systematische Präventionsarbeit erforderlich, um frühzeitig über Arbeitsrechte und auch Pflichten in Deutschland zu informieren. Auch für die Arbeitgeber gilt, dass sie sich bei der Beschäftigung von Flüchtlingen an Recht und Gesetz halten müssen.

Die Fachstelle „Migration und Gute Arbeit“ mit Sitz in Potsdam informiert in Brandenburg Migrantinnen und Migranten über arbeitsrechtliche Fragen wie z.B. Lohn, Arbeitszeiten, Überstunden und Urlaub, sowie über sozialrechtliche Fragen wie z.B. Kranken- und Pflegeversicherung. Die Fachstelle ist landesweit auch mobil unterwegs, um z.B. Saisonarbeiter auf den Feldern und Geflüchtete in den Unterkünften beraten zu können. Darüber hinaus steht sie staatlichen Stellen und Institutionen, die mit Arbeitsausbeutung und Menschenhandle in Berührung kommen können (wie z.B. Polizei, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Ausländerbehörden usw.) als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Informationen für Unternehmen: „Betriebliche Begleitagentur“

Das Land Brandenburg hat gemeinsam mit den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB) sowie dessen Bildungspartner, dem bbw Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg sowie dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), das Modellprojekt „Betriebliche Begleitagentur“ im Januar 2016 gestartet.[19] Es soll besonders kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen, die bereit sind, junge, motivierte Flüchtlinge bis zum Alter von 30 Jahren in Ausbildung oder Beschäftigung zu übernehmen. Die Initiative für das Modellvorhaben ging von der Wirtschaft aus.

Das MASGF und das MWE fördern das Modellprojekt mit rund 580.000 Euro aus Landesmitteln. Ziel des Projekts ist die Erprobung von Wegen zur Überwindung von Hemmnissen bei der Einstellung von Flüchtlingen in der durch Klein- und Kleinstunternehmen gekennzeichneten Wirtschaft Brandenburgs. Die Begleitagentur berät und informiert Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Hinblick auf Arbeit und Ausbildung von Flüchtlingen, stellt Kontakt zur Arbeitsverwaltung her, unterstützt einstellende Betriebe durch einen Coach und hilft bei der Gewinnung betrieblicher Mentoren.

Die neue Begleitagentur ist eine wichtige Ansprechpartnerin, die Betriebe und Flüchtlinge in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern zusammenbringt. Mit ihr entstehen keine neuen Strukturen. Vielmehr werden die vorhandenen zusammengeführt, um sie so besser nutzbar zu machen. So arbeiten hier Arbeitsagenturen, Jobcenter und Kammern sowie Arbeitsmarktakteure, das IQ Netzwerk Brandenburg und weiterer Beratungs- und Bildungsträger eng zusammen. Vor allem der direkte Kontakt zu kleinen und mittleren Betrieben sowie die klare Botschaft, bei Problemen und Fragen seid ihr nicht allein, wird die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen spürbar verbessern.

Assistierte Ausbildung Brandenburg

Der Bund hat mit der Assistierten Ausbildung (AsA)[20] ein Modell der kooperativen Ausbildung geschaffen, das auch für die Berufsvorbereitung und Ausbildung von Flüchtlingen genutzt werden kann. Ein Bildungsträger bietet als dritter Partner in der Ausbildung allen Seiten passende Dienstleistungen an, um Ausbildung zu flexibilisieren und zu individualisieren. Eine Unterstützung sowohl der Jugendlichen als auch der Betriebe trägt dazu bei, Divergenzen zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Voraussetzungen der Jugendlichen zugunsten erfolgreicher Ausbildungsabschlüsse aufzulösen.

Perspektivisch ausbildungsgeeignete Zugewanderte befinden sich gegenwärtig noch im Berufsgrundbildungsjahr Plus sowie in Maßnahmen der Sprachförderung und Berufsorientierung. Es wird daher zunächst modellhaft erprobt, wie eine Verzahnung dieser Maßnahmen, insbesondere des Berufsgrundbildungsjahres Plus, mit den Trägern der Assistierten Ausbildung gestaltet werden kann. Im Rahmen eines sogenannten „Übergangs Assistierte Ausbildung“ lernen die Teilnehmenden exemplarische Instrumente der AsA-Ausbildungsvorbereitung und -begleitung kennen, gekoppelt an eine praktische Erprobung. Dadurch soll zum einen Vertrauen zum Träger aufgebaut werden, zum anderen für die Machbarkeit und den Stellenwert einer Berufsausbildung im hiesigen Bildungssystem geworben werden. Ziel ist, ab 2017 gezielte Übergänge in die ausbildungsvorbereitende sowie ausbildungsbegleitende Phase der Assistierten Ausbildung anzubahnen und bedarfsbezogen zusätzliche, durch das Land kofinanzierte Plätze bereitzustellen.

Einstiegsqualifizierung

Ziel der von der Bundesagentur für Arbeit bzw. den Jobcentern geförderten Einstiegsqualifizierung (EQ) ist es, dass mehr junge Menschen mit erschwerten Vermittlungsbedingungen eine betriebliche Berufsausbildung aufnehmen und diese durch die erfolgreichen Vorerfahrungen gegebenenfalls verkürzt wird. Zielgruppen für EQ-Maßnahmen sind Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber, die bis zum 30. September keine Ausbildungsstelle finden konnten sowie junge Menschen, die aktuell noch nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet oder lernbeeinträchtigt und sozial benachteiligt sind.[21] Die jeweilig zuständige Stelle (Kammer) stellt auf Antrag des jungen Menschen oder des Arbeitgebers ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQ aus. Voraussetzung hierfür ist ein betriebliches Zeugnis des Arbeitgebers. Insbesondere in Kombination mit Sprachförderung stellt die EQ eine geeignete Möglichkeit der Ausbildungsvorbereitung für Flüchtlinge dar (EQ-Welcome).

Maßnahme KompAS der Bundesagentur für Arbeit

Eine schnelle und nachhaltige Integration von Asylsuchenden und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt kann begünstigt werden, wenn Spracherwerb und Heranführung an den Arbeitsmarkt möglichst frühzeitig und parallel zueinander erfolgen. Aus diesem Grund hat die Bundesagentur für Arbeit in Abstimmung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Maßnahme KompAS (Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb) entwickelt.

Vom 1. August 2016 an werden Integrationskurse mit Maßnahmen zur Kompetenzfeststellung und zur frühzeitigen Aktivierung (nach § 45 SGB III) unter KompAS kombiniert. Mit den neuen Kombi-Kursen sollen Asylsuchende und Geflüchtete parallel zu den bestehenden Deutsch- und Integrationskursen erste Schritte in den Arbeitsmarkt machen. Dazu gehören unter anderem Bewerbungstrainings, Jobcoachings oder die Vermittlung berufsfachlicher Kenntnisse sowie betriebliche Erprobungsphasen in Unternehmen.

Der Besuch des Integrationskurses wird dabei mit einer Maßnahme nach § 45 SGB III kombiniert, indem z.B. vormittags ein Integrationskurs und nachmittags eine flankierende Maßnahme der Arbeitsförderung angeboten werden. In den Zeiträumen, in denen der Integrationskurs nicht besucht wird, sollen die flankierenden Elemente der Arbeitsförderung die frühzeitige Aktivierung und Kompetenzfeststellung der Teilnehmer im Hinblick auf eine spätere berufliche Tätigkeit fördern. Zielgruppe der Maßnahme sind sowohl Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, die zum Rechtskreis SGB II gehören als auch Asylbewerber mit einer guten Bleibeperspektive, die bereits eine Zulassung des Bundesamtes zur Teilnahme am Integrationskurs erhalten haben.

„National Matching Brandenburg“
Modellvorhaben zur beruflichen Integration von Geflüchteten mit abgeschlossener, angefangener oder gewünschter Ausbildung in das Brandenburger Gesundheitswesen

Im Auftrag des Landes Brandenburg ist National Matching ein komplexes Modellvorhaben zur beruflichen Integration von Geflüchteten mit abgeschlossener, begonnener oder gewünschter Ausbildung in das Brandenburger Gesundheitswesen.

Ein Team aus Expertinnen und Experten hat ein komplexes Setting an Maßnahmen und Methoden entwickelt und so strukturiert, dass ankommende Flüchtlinge relativ schnell auf einen Integrationsweg gebracht werden können und je nach Vorbildung und deren Anerkennung durch die zuständigen Behörden des Landes Brandenburg in einem Zeitraum von 12 bis 48 Monaten sowohl sprachlich als auch fachlich in die Lage versetzt werden, eine Arbeitsstelle im stationären oder ambulanten Versorgungssystem sowie in der Altenpflege bzw. in angrenzenden Sektoren (z.B. Apothekerwesen) anzunehmen. Der Projektansatz basiert auf internationalen Erfahrungen und integriert diese in die praktische Arbeit in Brandenburg.

Kernelement des „National Matching“ ist dabei die Koordination und Steuerung aller relevanten Prozesse der beruflichen und sozialen Integration durch ein Projektteam, ebenso wie die frühzeitig beginnende, kontinuierliche und strukturierte Integration von Matchingelementen in die Ausbildungsprozesse unter Einbeziehung seriös interessierter potentieller späterer Arbeitgeber.

National Matching Brandenburg entwickelt und erprobt dabei neue Prozessketten (etwa die gezielte kompetenzorientierte Lenkung von Asylbewerbern bereits bei Ankunft im Land) ebenso wie neue Methoden (beispielsweise die Diagnose von Soft Skills unabhängig von den jeweiligen Sprachkenntnissen mittels einer Farbassoziationsmethode).

Das Projekt arbeitet landesweit, konzentriert seine Bildungsaktivitäten (und die Teilnehmer) allerdings zunächst auf den Südbrandenburger Raum. 

Koordination/Ansprechpartner:

Adler   Management UG
Marco   Bünger
13125   Berlin

Telefon: 0179/3966983

FamilienCampus   LAUSITZ
Ines Lieske
01998   Klettwitz

Telefon: 03573/753600

WEQUA GmbH
Tino   Winkelmann
01979   Lauchhammer

Telefon: 03574/46762060


  E-Mail: apply@national-matching.de
  Internet: www.national-matching.de

 

Arbeitsmarkt-Beratung im neuen Ankunftszentrum

Im Juli 2016 wurde das neue Ankunftszentrum für Asylsuchende in Eisenhüttenstadt eröffnet.[22] Neben der Erstregistrierung, erkennungsdienstlichen Behandlung und der medizinischen Erstuntersuchung bietet die Bundesagentur für Arbeit hier auch eine erste Beratung für einen möglichen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt an. Es werden unter anderem berufliche Vorerfahrungen und Qualifikationen erfasst. 

IQ Netzwerk Brandenburg

Das IQ Netzwerk Brandenburg (Träger: MASGF) arbeitet seit dem 1. Oktober 2011. Die Koordinierung des Netzwerks ist im MASGF im Referat 32 „Frauen und Arbeitsmarkt, Arbeits- und Existenzgründungsförderung“ der Abteilung Arbeit angesiedelt. Im Jahr 2016 setzen 13 Teilprojekte verschiedener Träger die Schwerpunkte um. Das Netzwerk ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ und wird finanziert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Das IQ Netzwerk Brandenburg möchte mit seiner Arbeit die berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten verbessern und arbeitet deshalb mit den relevanten Akteuren vor Ort zusammen. Das sind beispielsweise Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Kammern, Unternehmen, Migrationsberatungsstellen und Migrantenorganisationen.

Zu den Hauptaufgaben des IQ Netzwerkes Brandenburg gehören:

  • Beratung zu Fragen der Anerkennung im Ausland erworbener, Berufsqualifikationen und zu Qualifizierungsangeboten,
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Personen mit ausländischen Abschlüssen,
  • Kompetenzfeststellung,
  • Sprachförderung zur beruflichen Anerkennung,
  • Interkulturelle Öffnung in Jobcentern und Agenturen für Arbeit sowie Förderung der interkulturellen Kompetenz der Beratungsfachkräfte,
  • Beratung für Arbeitgeber zur Beschäftigung von internationalen Fachkräften,
  • Qualifizierung von migrantischen Unternehmen.

Anerkennungsberatungsstellen

Die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen des IQ Netzwerks Brandenburg beraten Personen mit im Ausland erworbenen Abschlüssen, Agenturen für Arbeit und Jobcenter sowie Migrantenberatungsstellen zur Anerkennung. Die Beratung ist in mehreren Sprachen möglich.

Zu den Aufgaben der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen gehören:

  • Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen und dem Verfahren zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in Deutschland,
  • Begleitung bei der Anerkennungsantragsstellung,
  • Übertragung der im Bescheid festgestellten wesentlichen Unterschiede in mögliche Ausgleichsmaßnahmen (Qualifizierungsmaßnahmen),
  • Beratung zu Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der Anerkennungsgesetze.

Kompetenzfeststellung

Seit Sommer 2016 bietet ein neues Projekt von IQ Brandenburg Kompetenzfeststellung für Migrantinnen und Migranten (darunter auch Flüchtlinge) an. Das Projekt richtet sich vorwiegend an Personen mit vorwiegend nicht-formalen Qualifikationen und zielt auf die Erfassung mitgebrachter Kompetenzen ab. In mehrtägigen Kompetenzfeststellungsverfahren werden informell und non-formal erworbene Kompetenzen systematisch erfasst und dokumentiert, mitgebrachte Ressourcen aktiviert, auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet und eine zielgerichtete Berufswegeplanung unterstützt. Übergeordnetes Ziel ist die Integration in (qualifizierte) Arbeit. Das Projekt sieht auch eine praktische Erprobung mitgebrachter Kompetenzen in Werkstätten und Betrieben vor. Das Projekt ist bei der IHK-Projektgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) angesiedelt.[23]

Qualifizierungsmaßnahmen für Personen mit ausländischen Abschlüssen

Für Personen, die im Rahmen des Anerkennungsprozesses keine volle Gleichwertigkeit ihrer Abschlüsse erlangt haben, werden Anpassungsqualifizierungen in den sozialen Ausbildungsberufen und den Gesundheitsfachberufen sowie Anpassungs- und Nachqualifizierungen in den dualen Berufen angeboten. Auch Sprachförderung zur beruflichen Anerkennung in den reglementierten Berufen wird angeboten.

Für Akademikerinnen und Akademiker mit ausländischen Abschlüssen werden Brückenmaßnahmen in den Bereichen Ingenieurs- und Naturwissenschaften, Betriebswirtschaft sowie Informatik und Medien angeboten. Ziel ist es, die Fachkenntnisse aufzufrischen und Deutschkenntnisse zu verbessern, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Selbstständige mit Migrationshintergrund

Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund werden zu betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Themenbereichen qualifiziert.

Interkulturelle Öffnung

Agenturen für Arbeit und Jobcenter werden im Bereich interkulturelle Kompetenzen und migrationsspezifischen Themen fortgebildet. Arbeitgeber sowie Kammern werden zur Einstellung ausländischer Arbeitskräfte informiert sowie zu interkulturellen Kompetenzen fortgebildet. Auch sollen Prozesse interkultureller Öffnung angestoßen und begleitet werden.

Koordination des Netzwerkes
Dina Ulrich (komm. Projektleiterin)
Telefon: 0331 866-5375
E-Mail: dina.ulrich@masgf.brandenburg.de
Internet: www.brandenburg.netzwerk-iq.de

Perspektiven für Flüchtlinge

Die BA hat eine Maßnahme „Perspektiven für Flüchtlinge – (PerF)“ aufgelegt, die in großem Umfang angeboten werden kann (2.000 bis 3.000 Plätze). Dabei handelt es sich um eine dreimonatige Maßnahme, die Sprachvermittlung mit einer Feststellung der mitgebrachten Kompetenzen sowie Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt verbindet. Mit PerF sollen die Teilnehmenden auf die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland vorbereitet werden. Zielgruppe sind Asylbewerberinnen und Asylbewerber, Geduldete mit Arbeitsmarktzugang, Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge. Der Zugang ist auch für Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive (derzeit Flüchtlinge aus den Herkunftsstaaten Eritrea, Irak, Iran, Syrien) möglich, wenn noch kein Arbeitsmarktzugang vorliegt. Zuständig sind die Agenturen für Arbeit oder Jobcenter.[24]

Perspektiven für junge Flüchtlinge (im Handwerk)

Dieses Angebot gibt jungen Flüchtlingen – ähnlich PerF – eine Orientierung im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem. Insbesondere werden Geflüchtete angesprochen, die jünger als 25 Jahre sind. Die Maßnahme erstreckt sich über vier bis sechs Monate und beinhaltet neben der Arbeitsmarktorientierung eine Analyse der Sprach- und Berufskenntnisse sowie Trainingsphasen in verschieden Berufsfeldern. Bewerbungstrainings sowie Hilfen zur Lebensführung runden das Angebot ab.

Praktika und Arbeitsmöglichkeiten

Zwischen Landesregierung und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg
der Bundesagentur für Arbeit starteten mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern, den Industrie- und Handels- sowie den Handwerkskammern und dem Landkreistag im Sommer 2016 die Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“.[28] Ziel dieser Initiative ist, die Zusammenarbeit der beteiligten Sozialpartner zu verbessern, bestehende Angebote noch besser aufeinander abzustimmen und bedarfsgerecht zu ergänzen, damit Menschen mit Fluchtgeschichte leichter und schneller ihren Weg in den Arbeitsmarkt beschreiten können, um dann auch ihren Lebensunterhalt eigenständig erwirtschaften zu können.

Stand: Oktober 2016




[18] IAB-Aktuell 14/2015: „Flüchtlinge und andere Migranten am deutschen Arbeitsmarkt: Der Stand im September 2015“ (doku.iab.de/aktuell/2015/aktueller_bericht_1514.pdf)

[19] Siehe Pressemitteilung des bbw Bildungswerks der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg vom 20.01.16: „Betriebliche Begleitagentur hilft bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen im Land Brandenburg“ (www.bbw-gruppe.de/PRESSEMITTEILUNG-Betriebliche-Begleitagentur-hilft-bei-der-beruflichen-Integration-von-Fluechtlingen-im-Land-Brandenburg.html)

[22]Pressemitteilung des MIK vom 27.07.2016: "Neues Ankunftszentrum für Asylsuchende in Eisenhüttenstadt eröffnet" (www.mik.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.452598.de)

[23]Pressemitteilung des MASGF vom 30.09.2016: "Arbeitsministerin Golze: Mit Kompetenz in den Arbeitsmarkt" (www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.461739.de)

[28]Pressemitteilung des MASGF vom 18.07.2016: „Integration in Ausbildung und Arbeit: Initiative „Gemeinsam Perspektiven eröffnen!“ gestartet“ (http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.451457.de)