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Migrationssozialberatung verbessern

Generell gilt, dass die zu uns geflüchteten Menschen insbesondere in der Anfangszeit Hilfe und Unterstützung benötigen, um sich in der für sie neuen Umgebung zurecht zu finden. Viele Flüchtlinge mussten in ihrer Heimat und auch auf dem Fluchtweg nach Deutschland schreckliche Dinge erleben. Viele Flüchtlinge sind traumatisiert. Deswegen ist es wichtig, dass sie nach ihrer Ankunft in den Kommunen so schnell wie möglich eine soziale Unterstützung und qualifizierte Beratung sowie psychosoziale Betreuung erhalten.

Mit der Novellierung des Landesaufnahmegesetzes (LAufnG) werden die Ausstattung der Migrationssozialarbeit und damit die Beratungs- und Betreuungsstrukturen vor Ort spürbar verbessert, indem das Land den Landkreisen und kreisfreien Städten eine bessere Ausstattung der unterbringungsnahen Migrationssozialarbeit ermöglicht.

Künftig werden landesweit mehr Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Sozialarbeitende für diese Aufgabe eingesetzt: Der Personalschlüssel wird von 1:120 auf 1:80 angehoben. Darüber hinaus wird das Land allen Landkreisen und kreisfreien Städten unabhängig von der Zahl der aufgenommenen Menschen Kosten für Fachberatungsstellen erstatten. So ist ein kontinuierliches Basisangebot gesichert. Für diese fachspezifische und koordinierende Migrationssozialarbeit sind landesweit 54 Stellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten vorgesehen. Für die Beratung von Flüchtlingen jüdischen Glaubens werden darüber hinaus landesweit bis zu 2 Stellen erstattet. Zugleich werden auch Qualitätsanforderungen definiert und es wird eine Transparenz in der praktischen Umsetzung hergestellt.

Eine qualitativ hochwertige Migrationssozialarbeit verbessert einerseits die Teilhabe- und Integrationsmöglichkeiten der Migrantinnen und Migranten, andererseits kann sie einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Aufnahmebereitschaft und Aufnahmefähigkeit der Gesellschaft zu stärken. Damit legt die Migrationssozialarbeit entscheidende Grundlagen für eine gelingende Integration und Willkommenskultur.

Die qualifizierten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollen in den Landkreisen und kreisfreien Städten koordinierend in die Aufnahmegesellschaft hinein wirken. Insbesondere soll so der Zugang zu Regeldiensten als eine Integrationsvoraussetzung unterstützt werden. Sie sollen sich zum einen um besondere Bedarfe spezifischer Zielgruppen kümmern, die auch Zugang zu spezifischen Angeboten wie der psychosozialen Versorgung brauchen. Daneben geht es aber auch um Fragen des Aufenthalts und des Verfahrens sowie um Aufgaben der Koordinierung der sozialen Arbeit und Organisation des fachlichen Austauschs auf kommunaler Ebene.

Das novellierte LAufnG sieht vor, dass die Migrationssozialarbeit auf geeignete Dritte, in der Regel nichtstaatliche Träger der sozialen Arbeit, übertragen werden kann. Das Land legt Wert darauf, dass freie Träger in bewährter Art und Weise ihre Kompetenzen und Erfahrungen in der Migrationssozialarbeit einbringen. Damit eine einheitliche Qualität der Beratung sichergestellt werden kann, werden die an die Migrationssozialarbeit zu stellenden Anforderungen in der separat zu erlassenden Durchführungsverordnung zum LAufnG, die im Herbst 2016 veröffentlicht und in Kraft treten wird, ausdrücklich geregelt werden.

Die Arbeitsgruppe Asyl und Flüchtlinge des Landesintegrationsbeirates hat im Juni 2016 eine Unterarbeitsgruppe „Migrationssozialarbeit“ gebildet, um die Umsetzung des Landesaufnahmegesetzes und den Aufbau neuer Beratungs- und Betreuungsstrukturen zu begleiten.

Stand: Oktober 2016