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Einleitung

Brandenburg sieht sich als Land der Vielfalt. Menschen mit Migrationshintergrund sind willkommen. Sie bereichern unsere Gesellschaft. Zuwanderung und Integration sind wichtige Politikfelder.

Integration braucht gegenseitigen Respekt, Toleranz und die Bereitschaft zum Dialog. Nur dann können Menschen unterschiedlicher Herkunft, Nationalität und Religion friedlich zusammenleben.

Integration kann nur als wechselseitiger Prozess gelingen. Sie setzt die Aufnahmebereitschaft der Mehrheitsgesellschaft voraus, ebenso aber auch die Bereitschaft der Zugewanderten, die Regeln des Aufnahmelands zu respektieren und sich um die eigene Integration zu bemühen. Voraussetzungen sind vor allem das schnelle Erlernen der deutschen Sprache sowie der Zugang zu Bildung und Arbeit.

Auf der anderen Seite braucht Integration eine gelebte Willkommenskultur in der Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger müssen vor Ort den Willen haben, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Menschen müssen aufeinander zugehen, sich kennen lernen. Sei es in der Nachbarschaft, im Sportverein oder bei der Arbeit. Nur wenn man sich begegnet und miteinander spricht, können Vorbehalte und Ängste abgebaut und Freundschaften geschlossen werden.

In Brandenburg leben viele Menschen, die sich für ein offenes und tolerantes Brandenburg einsetzen. Landesweit gibt es viele Willkommensinitiativen und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die tagtäglich sich mit großem Einsatz für die Integration der Flüchtlinge einsetzen. Das ist das Fundament der Integrationspolitik des Landes Brandenburg.

Die zukünftige Integrationspolitik des Landes richtet sich an die gesamte Bevölkerung Brandenburgs. Sie will ein harmonisches Zusammenleben und eine gleichberechtigte Teilhabe aller im Land Brandenburg lebenden Menschen ermöglichen.

 

Daten

Die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg hat in der Erstaufnahmeeinrichtung und deren Außenstellen im gesamten Jahr 2015 28.124 Menschen aufgenommen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres waren es 7.797 Menschen.[1] Mit der Schließung der Balkranroute und dem EU-Türkei-Abkommen sind seit März 2016 die Flüchtlingszahlen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Waren im Herbst 2015 bis zu 5.522 Flüchtlinge im Monat in Brandenburg registriert und untergebracht worden, sind es derzeit noch etwa 500 im Monat.

Brandenburg nimmt nach dem „Königsteiner Schlüssel“ knapp 3,1 Prozent aller nach Deutschland kommenden Flüchtlinge auf. Nach der ersten Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für das Jahr 2015 sollten etwa 9.200 Menschen nach Brandenburg kommen. Die Prognose wurde im Laufe des Jahres mehrfach angepasst und immer wieder übertroffen. Mit über 28.000 Menschen haben Brandenburgs Landkreise und kreisfreien Städte im Jahr 2015 mehr als viermal so viele Flüchtlinge aufgenommen wie im Jahr 2014 mit rund 6.000.

Die Landesregierung rechnete für 2016 mit bis zu 19.000 Asylsuchenden, die in den Kommunen voraussichtlich neu untergebracht werden müssen. [2] Es ist absehbar, dass diese Zahl voraussichtlich zu hoch sein wird. Bis zum 31. August 2016 haben Brandenburgs Landkreise und kreisfreien Städte in 2016 bislang 7.575 Asylsuchende aufgenommen. Die Notwendigkeit einer Aktualisierung der Zugangseinschätzung für 2016 durch das Land wird gegenwärtig geprüft.

Die mit Abstand meisten Asylsuchenden kamen im Jahr 2015 aus Syrien (13.688). Die Zahl der Zugänge aus dem Bürgerkriegsland erhöhte sich im Jahresverlauf erheblich: Im Januar nahm Brandenburg 137 Syrer auf, im November waren es 3.341. Zweitstärkstes Herkunftsland war Afghanistan (4.572). Die drittstärkste Gruppe waren Albaner (2.216). Zu den stärksten Herkunftsländern gehörten weiterhin die Russische Föderation (1.761), Pakistan (1.404), Iran (1.081) sowie Serbien (999).[3]

In Brandenburg lebten im Jahr 2014 67.589 Ausländerinnen und Ausländer.[4] Damit beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung 2,8 Prozent. Insgesamt lebten im Jahr 2014 rund 128.000 Menschen mit einem Migrationshintergrund in Brandenburg – das sind fünf Prozent der Bevölkerung.[5]

Stand: Oktober 2016



[1] Pressemitteilung vom MIK vom 02.09.2016: „Brandenburg nimmt seit September 2015 insgesamt 25.773 Asylsuchende auf“ (http://www.mik.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.457718.de)

[2] Pressemitteilung des MASGF vom 02.08.2016: „Sozialministerium informiert Kreise über Jahresaufnahmesoll 2016: insgesamt 19.000 Asylsuchende“ (http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.453249.de)

[3] Pressemitteilung des MIK vom 09.01.2016: „Zahl der Flüchtlinge erreichte 2015 neuen Höchststand“ (http://www.mik.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.428408.de)

[4] Quelle: Ausländerzentralregister

[5] Quelle: Mikrozensus