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Vorwort

Die hohe Zahl der Flüchtlinge, die vor Krieg, ethnischer Vertreibung, vor politischer und religiöser Verfolgung oder Not aus ihrer Heimat fliehen mussten und bei uns Schutz suchen, stellt unsere Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Wir haben die humanitäre Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen.

Zuwanderung ist aber keine Gefahr, keine Bedrohung unserer Gesellschaftsordnung. Zuwanderung ist vielmehr eine große Chance für alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft. Ob Sportvereine oder Freiwillige Feuerwehren, Kultur oder Wissenschaft, Pflege oder Gesundheitsbereich sowie Betriebe, die den Fachkräftemangel bereits heute spüren und offene Stellen nicht besetzen können: Angesichts der demografischen Entwicklung ist Brandenburg sogar auf Zuwanderung angewiesen.

Das Land Brandenburg reagiert auf den Zuzug der vielen Flüchtlinge besonnen und unternimmt alles, um Probleme zu lösen. Ein erster wichtiger Schritt war die Novellierung des Landesaufnahmegesetzes, das zum 1. April 2016 in Kraft trat. Damit werden die Aufnahme und die Versorgung von Flüchtlingen in Brandenburg neu ausgerichtet und deutlich verbessert. Ein weiterer Schritt wird die Überarbeitung des Landesintegrationskonzeptes sein.

Gemeinsam mit den Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Sozialpartnern und vor allem mit den unzähligen Initiativen sowie haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Integration der Asylsuchenden und Flüchtlinge. Das ist ein erheblicher Kraftakt, der in dieser Zeit auch großen Kosten verursacht.

Vielfalt ist ein Vorteil. Toleranz, kulturelle Offenheit und die Aktivierung aller Talente sind daher nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern eine entscheidende Bedingung für eine positive Zukunft unseres Landes. Zugewanderte bringen viele Kompetenzen und Fähigkeiten mit. Die meisten wollen sich einbringen, wollen arbeiten und für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen, Steuern zahlen und so ihren Beitrag zum Wohlstand unserer Gesellschaft leisten, selbst anderen Menschen, die in der Not auf fremde Hilfe angewiesen sind, unterstützen und das friedliche Zusammenleben aller Menschen fördern.

Angesichts der seit 2015 deutlich gestiegenen Flüchtlingszahlen lag das Hauptaugenmerk zunächst darauf, den Asylsuchenden und Flüchtlingen eine menschenwürdige Unterkunft bieten zu können. Integrationspolitik muss selbstverständlich mehr leisten. Flüchtlinge müssen vom ersten Tag an die Möglichkeit bekommen, Deutsch zu lernen und mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Asylsuchende sollen in einer Wohnung leben und für ihr Leben selbst sorgen können. Sie sollen schnell in Arbeit integriert und am gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkungen teilhaben können. Auch wenn seit März 2016 deutlich weniger Geflüchtete zu uns kommen, die größte Herausforderung bleibt die Integration.

Diana Golze
Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
des Landes Brandenburg