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31.03.2014Vom Facharbeiter zum Ingenieur – Brandenburger Erklärung für mehr Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung | 031/2014

Die Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulen soll in Brandenburg weiter verbessert werden. Brandenburgerinnen und Brandenburger sollen sich nach einer Ausbildung auch ohne Abitur leichter akademisch weiterbilden können. Und umgekehrt sollen an Hochschulen erworbene Kompetenzen stärker für eine Ausbildung im Lehrbetrieb anerkannt werden. Für dieses Ziel haben heute Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, Hochschulen, Kammern, Gewerkschaften, Arbeitgeber und Verbände in der Potsdamer Staatskanzlei die „Brandenburger Erklärung zur Stärkung der Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschule als Beitrag zur Fachkräftesicherung“ unterzeichnet.

Zu den Erstunterzeichnern gehören Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, Bildungsministerin Martina Münch, Arbeitsminister Günter Baaske, Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon, Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, sowie Vertreterinnen und Vertreter von allen Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg, die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, der Fachhochschule Brandenburg, der Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, der Technischen Hochschule Wildau, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ und der Verein Deutscher Ingenieure Berlin-Brandenburg.

Arbeitsminister Günter Baaske: „Vom Facharbeiter zum Ingenieur – das soll künftig einfacher werden. Wir brauchen eine bessere Verzahnung zwischen der praktischen und der wissenschaftlichen Berufsausbildung, damit die künftige Fachkräftesicherung gelingen kann. Einmal eingeschlagene Bildungswege dürfen keine Sackgassen sein. Die Brandenburger Erklärung ist als Selbstverpflichtung aller Akteure in der beruflichen Bildung zu verstehen, die vorhandenen Spielräume zur Durchlässigkeit optimal zu nutzen.“

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst: „Mehr Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen sind wichtige Themen für Brandenburg. Dazu gehört eine stärkere Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Qualifizierungswegen. Mit der Novellierung des Hochschulrechts, die wir in den Landtag eingebracht haben, wollen wir den Hochschulzugang deutlich erweitern. Besonders erwähnen möchte ich das neu gegründete College an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, durch das Studieninteressierte auf dem Weg ins Studium und im Studium begleitet und gefördert werden.“

Bildungsministerin Martina Münch: „Lernen hört nicht in der Schule auf – Lernen bedeutet lebenslanges Lernen. Und gute Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer bereit ist, sich ständig weiterzubilden und Spaß an Neuem hat, sichert sich so seinen Platz in einer sich ständig verändernden, modernen Arbeitswelt. Gerade jungen Menschen bietet das Land Brandenburg tolle Karrierechancen – sie bekannt zu machen und besser zu vernetzen, ist unser aller Ziel.“

Die Erklärung hat fünf Handlungsfelder: „Passgenaue Informations- und Begleitangebote“, „Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen und Qualifikationen auf Hochschulstudiengänge“, „Analyse der Bedarfe beruflich Qualifizierter“, „Durchlässigkeit in beide Richtungen“ und „Vertrauensbildende Maßnahmen zwischen der Berufs- und Hochschulbildung“.

Zur Förderung der Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen soll ein umfassendes Informationsnetzwerk geschaffen werden. Schulen, Arbeitsagenturen und Jobcenter, die Kammern und Unternehmen sollen dadurch die vorhandenen beruflichen und akademischen Weiterbildungs- und Anrechnungsmöglichkeiten genau kennen und Interessierte besser vermitteln können.

Detaillierte Lernergebnisbeschreibungen aller Bildungsabschlüsse sollen die Entwicklung pauschaler und individueller Anrechnungsverfahren erleichtern. So sollen beruflich erworbene Qualifikationen einfacher für ein späteres Studium angerechnet werden. Auch berufsbegleitende Weiterbildungsangebote an Hochschulen sollen ausgebaut und flexibler gestaltet werden.

Das Arbeitsministerium hatte im Jahr 2009 die INNOPUNKT-Initiative „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa“ gestartet. Die Erfahrungen dieser Ende 2012 abgeschlossenen Modellförderung sind Grundlage der Brandenburger Erklärung. Baaske: „Das Modellprogramm hat gezeigt, dass viele Beschäftigte den Wunsch haben, ihre individuellen Arbeits- und Karrierechancen durch Aufstiegsqualifizierungen zu verbessern. Eine durchlässige Aus- und Weiterbildung muss aber auch auf die Bedarfe der brandenburgischen Wirtschaft ausgerichtet werden. Dort, wo Fachkräfte fehlen, muss durch passgenaue Weiterbildung nachgesteuert werden. Dafür sind funktionierende Schnittstellen zwischen der Wirtschaft, Arbeitsagenturen und den Bildungseinrichtungen wichtig.“

Das Land Brandenburg steht vor großen demografischen Herausforderungen. Im Jahr 2030 wird es zu den zehn Regionen Europas gehören, deren Bevölkerung im Durchschnitt älter als 53 Jahre ist. Die erwerbsfähige Bevölkerung geht um mehr als ein Drittel zurück.

Baaske: „Betriebe finden immer schwieriger Fachkräfte. Schon heute erleben wir einen harten Wettbewerb um die besten Köpfe. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Potentiale und Talente bestmöglich zu nutzen und zu fördern. In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind lebenslanges Lernen und regelmäßige Weiterbildungen notwendig, um sich für die durch permanenten technischen Fortschritt geprägte Arbeitswelt fit zu halten. Und Betriebe müssen noch stärker in die berufliche Weiterbildung der Beschäftigten investieren und dafür Sorge tragen, dass Beschäftigte sich in ihrem Berufsleben ständig weiter qualifizieren.“

Laut dem aktuellen Betriebspanel Brandenburg, für das 992 märkische Betriebe von Juli bis Oktober 2012 befragt wurden, liegt die Weiterbildungsbeteiligung der Betriebe bei 55 Prozent und nimmt somit im Ländervergleich den Spitzenplatz ein. Die Weiterbildungsquote der Beschäftigten liegt bei 34 Prozent (Ost: 35, West: 31). Im internationalen Vergleich ist die Beteiligung an Weiterbildung in Deutschland aber insgesamt noch zu niedrig.

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