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03.12.2013One-Stop-Agency von ILB und ZAB wird erweitert: Beratung und Förderung von Wirtschaft und Arbeit aus einer Hand | 124/2013

Brandenburgs Förderung von Wirtschaft und Arbeit kommt ab 1. Januar aus einer Hand: Dafür wird die für den Bereich Arbeit verantwortliche Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) in die Wirtschaftsfördergesellschaft Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) und in die InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB) integriert. Das gaben heute Arbeitsminister Günter Baaske und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers gemeinsam mit dem ILB-Vorstandsvorsitzenden Tillmann Stenger und dem Sprecher der ZAB-Geschäftsführung Steffen Kammradt bekannt. Zuvor hatten die beiden Minister das Kabinett über den aktuellen Stand der Umsetzung informiert. Sie betonten, dass Brandenburgs Wirtschafts- und Arbeitspolitik so für zukünftige Aufgaben fit gemacht würden.

Dies ergibt sich aus einem veränderten Arbeitsmarkt und wirtschaftspolitischen Herausforderungen sowie der neuen EU-Förderperiode 2014 – 2020, in der deutlich weniger ESF-Mittel zu erwarten sind. Künftig stehen etwa 360 Mio. Euro zur Verfügung; zum Vergleich: 2007 – 2013 waren es 620 Mio. Euro. Das erfordert mehr Effizienz bei der Umsetzung der Programme, was durch eine Bündelung der Strukturfonds EFRE und ESF unter dem Dach der ILB  zur administrativen Abwicklung der Förderprogramme möglich ist.

Zugleich erfolgt eine Konzentration der Beratungsaufgaben bei der ZAB, die seit vielen Jahren eng mit der LASA auf den Gebieten der Fachkräftesicherung, der Direkt- und Erweiterungsinvestitionen sowie der Förderung von Existenzgründungen zusammenarbeitet. Die jetzt stattfindende institutionelle Verknüpfung von Wirtschafts- und Arbeitsförderung gehört zu den Modernisierungsvorhaben des Landes für die laufende Legislaturperiode. Das Themenfeld „Arbeit“ findet sich künftig bei ILB und ZAB als zentrale zusätzliche Säule.

Günter Baaske: „Wir müssen uns auf neue inhaltliche, strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen einstellen. Notwendig ist eine integrierte Fachkräftestrategie, die Ressourcen von Wirtschafts- und Arbeitsförderung bündelt. Die Wirtschaft hat einen hohen Fachkräftebedarf; zugleich ist der Arbeitsmarkt von demografischem Wandel, stark verringerter Arbeitslosigkeit bei zugleich hoher Langzeitarbeitslosigkeit geprägt. Deshalb brauchen wir auch Projekte für Langzeitarbeitslose, um sie wieder in Arbeit zu bringen. Es wird sichergestellt, dass die soziale Arbeitspolitikauch in der neuen Konstellation zentraler Bestandteil sein wird.“

Ralf Christoffers: „Mit dieser neuen Struktur wird die von ILB und ZAB gebildete One-Stop-Agency um das Themenfeld Arbeit erweitert. Das ist im gegenseitigen Interesse. Diese Bündelung von Arbeits- und Wirtschaftsberatung ist bundesweit bislang einmalig. ZAB und ILB erhalten ein zu den bestehenden Aufgaben wichtiges weiteres Themenfeld, das von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes ist.“

In einem Schreiben hat Günter Baaske den LASA-Beschäftigten für deren „unermüdliches Engagement“ bei der Umsetzung der EU-Programme gedankt. Dadurch sei viel Gutes für das Land erreicht worden, und viele Menschen seien in Arbeit gekommen.

Baaske und Christoffers versicherten, dass alles getan werde, den Übergang im Interesse der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst einfach zu gestalten. Sie bedankten sich bei allen Beteiligten für die gute und intensive Arbeit in den vergangenen Monaten. Für die Zuwendungsempfänger ändert sich nichts an der inhaltlichen Bearbeitung. Die LASA-Internetseiten werden bei ZAB bzw. ILB integriert. Der neue Bereich „ZAB Arbeit“ wird ab Januar unter www.zab-arbeit.de erreichbar sein. Die Förderangebote der LASA werden auch weiterhin unter www.lasa-brandenburg.de zu finden sein. Die sich teilweise ändernden Kontaktdaten werden rechtzeitig kommuniziert.

Tillmann Stenger, Vorstandsvorsitzender der ILB, betonte: “Mit der geplanten Konzentration der Beratungs- und Förderaufgaben auf ILB und ZAB wird die erste One Stop Agency für Wirtschaft und Arbeit in Deutschland geschaffen.  Wir freuen uns auf die Aufgaben, die wir gemeinsam mit unserem neuen Team von der LASA engagiert und verlässlich wahrnehmen werden. Die Bündelung der Förderung bei der ILB hat für unsere Kunden und das Land deutliche Vorteile: Der Kunde wird eine Anlaufstelle für alle monetären Förderanliegen- und die Landesregierung einen Partner für die Abwicklung und Abrechnung der Fonds gegenüber Brüssel haben.“

ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt sagte: „Wir freuen uns auf die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der LASA. Sie stärken die Beratungskompetenz der ZAB in einem wichtigen Bereich: Fachkräfte, Arbeit und Qualifizierung sind Top-Themen der Unternehmen. Brandenburg bietet als erstes Bundesland Wirtschafts- und Arbeitsförderung aus einer Hand. Damit können wir im Standortwettbewerb punkten und bieten auch den Brandenburger Unternehmen ein noch umfassenderes Service-Angebot.“

ZAB: Beratung aus einer Hand

Das Portfolio der ZAB erweitert sich erheblich. Zu ihr kommen 37 Beschäftigte von der LASA, die das Beratungsangebot der ZAB um Themen der Arbeitsförderung und Fachkräftesicherung ergänzen. Bei der ZAB werden künftig Antragsberatung, inhaltliche Begleitung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der ESF-Förderprogramme konzentriert. Die sechs „Regionalbüros für Fachkräftesicherung“ werden räumlich mit den RegionalCentern der ZAB verbunden. Hier werden Unternehmen vor Ort zur Fachkräftesicherung sowie Qualifizierungsmöglichkeiten  beraten. Sie betreuen auch das Portal zu Fachkräften und Rückkehrern (www.fachkraefteportal-brandenburg.de). Künftig sollen Firmen verstärkt auch branchenbezogen beraten werden.

Wichtiges Thema bleibt die Beratung zur Weiterbildung u. a. mit einer Datenbank zu sämtlichen Weiterbildungsrichtlinien und -angeboten des Landes (http://www.wdb-brandenburg.de). Über die „Servicestelle Arbeitswelt und Elternzeit“ erfolgt die Beratung zu Mutterschutz und Elternzeit sowie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Servicestelle hilft auch bei der Vermittlung von qualifizierten Ersatzkräften an Unternehmen bei elternzeitbedingten Ausfällen.

ILB: ESF-Fördermittelmanagement

Die ILB wird alleiniger Gesellschafter der LASA. Die Förderbank, die über mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Umsetzung von Förderprogrammen aus Mitteln des EFRE verfügt, übernimmt damit als Brandenburgs zentrales Förderinstitut auch die Aufgaben des ESF-Managements. 

Die LASA bleibt jedoch mit 132 Beschäftigten vorerst als Tochtergesellschaft unter dem Dach der ILB bestehen. Damit kann mit erfahrenen Beschäftigten die laufende Förderperiode mit 34 Förderprogrammen bis Ende 2015 abgeschlossen werden. Das parallel beginnende Operationelle Programm (OP) 2014 – 2020 wird dagegen direkt von der ILB betreut. Zu den Aufgaben gehört auch die Beratung zu konkreten ESF-Förderanträgen.

Die Trennung der Bearbeitung von alter und neuer EU-Förderperiode beruht unter anderem auf der Einführung eines neuen online-basierten Bearbeitungstools. Die Fonds ESF und EFRE werden damit ab dem neuen OP in einem einheitlichen Bearbeitungssystem umgesetzt. Ein solches Banken-Verfahren wird heute bereits in sechs weiteren Bundesländern eingesetzt. 

Die LASA ist seit 1991 vom Land mit der Arbeitsmarkt-Beratung und -Förderung beauftragt und ist mit ihren 173 Beschäftigten derzeit für 34 Förderprogramme zuständig. Sie organisiert regelmäßig Veranstaltungen für das Land und betreut erfolgreiche Portale zu Fachkräften sowie Rückkehrer und -innen und zur Weiterbildung.

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Marina Ringel
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