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MRSA /MRE - Befragung medizinischer Einrichtungen

Ergebnisse aus den Befragungen:
Von den Kliniken haben fast 60 Prozent an der Erhebung teilgenommen. Die Laboratorien waren mit 63 Prozent und die stationären Pflegeeinrichtungen mit 40 Prozent vertreten (Abb. 1)

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Kliniken:

Von den teilnehmenden Kliniken wurden 44,5 Prozent der MRSA-Fälle als mitgebracht, 12,2 Prozent als nosokomial erworben und 44,3 Prozent als nicht eindeutig zuordenbar beurteilt. 
In 17 Kliniken (45,9 Prozent) wurde ein RKI-analoges MRSA-Aufnahmescreening umgesetzt. 
In 11 dieser Einrichtungen wurde darüber hinaus eine standardisierte Surveillance durchgeführt, die in der Auswertung hinsichtlich der MRSA-Prävalenz, -Inzidenz, der MRSA-Last und den Übertragungsraten vergleichbare Ergebnisse zu den Kliniken, die am bundesweitem MRSA-KISS-Modul teilnahmen, ergaben. Die übrigen Kliniken ohne standardisiertes Screening und Surveillance (54,1 Prozent) gaben den Anteil der mitgebrachten MRSA-Fälle (Prävalenz) deutlich höher an als im MRSA-KISS und analog dazu die Rate der nosokomialen MRSA-Fälle deutlich niedriger. 
Der überwiegende Teil (83,8 Prozent) forderte von seinem Labor für das MRSA-Screening die konventionelle mikrobiologische Kultur an, eine Klinik generell molekularbiologische Schnellteste (PCR) und 5 Kliniken konnten keine Angaben zur Labordiagnostik machen. 
In 8 Häusern (21,6 Prozent) wurden die sog. Risikopatienten bis zum Vorliegen des MRSA-Screeningergebnisses von den Mitpatienten isoliert (präventive Isolation). Die mittlere Verweildauer der erfassten MRSA-Patienten (nicht DRG-bezogene Verweildauer) lag mit 21 Tagen mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Verweildauer der nicht MRSA-Patienten. 
Die Kommunikation des MRSA-Trägerstatus wurde in 13,5 Prozent der Fälle als gut und vollständig beurteilt. 
Zum Auftreten anderer multiresistenter Erreger (MRE)konnten 10 Kliniken (27 Prozent) exakte Angaben machen. Dabei wurden 110 Patienten mit MRE-Kolonisation/-Infektion erfasst. Die Verteilung des Erregerspektrums ist in der Abb. 2 dargestellt.

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Eine Klinik führt zusätzlich zum MRSA-Screening Aufnahmeuntersuchungen für Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und Breitspektrum-Betalaktamase-produzierende Enterobacteriaceae (ESBL) durch. Die für den zusätzlichen Aufwand in der Behandlung von MRE-Patienten mögliche Kodierung der Komplexzifferabrechnung (OPS-Kode 8-987) gaben 6 Kliniken (16,2 Prozent) an, regelmäßig zu nutzen.

Rehabilitationskliniken:

9 Reha-Kliniken (53 Prozent) teilten mit, Patienten bei bekanntem MRSA-Trägerstatus nicht aufzunehmen. 3 Einrichtungen (18,0 Prozent) machen die stationäre Aufnahme abhängig vom Nachweisort. In einer R.-Klinik war ein RKI-analoges MRSA-Aufnahmescreening etabliert. 9 Reha-Kliniken hatten hausspezifische Definitionen für die Indikationsstellung eines MRSA-Screenings. Auf dieser Basis wurden insgesamt 133 MRSA-Fälle erfasst, von denen 19 Fälle (14,3 Prozent) als nosokomial eingestuft wurden. Eine Sanierung - Nasensalbe und Antiseptika - bekannter MRSA-Träger führten 10 Einrichtungen (58,8 Prozent) regelmäßig durch, von denen 4 den Sanierungserfolg mikrobiologisch nicht kontrollieren. Der überwiegende Teil der R.-Kliniken hat einen speziellen MRSA-Hygieneplan (Abb. 3).

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In 12 der Reha-Kliniken (70,6 Prozent) wurde angegeben, die Patienten räumlich zu isolieren. Die Ergebnisse zur Mobilität der Patienten während der Isolation sind in der Abb. 4 dargestellt.

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Die Kommunikation des MRSA-Trägerstatus wurde in 35 Prozent der Fälle als gut und vollständig eingestuft. Zum Auftreten multiresistenter Keime - außer MRSA - hatten 11 Reha-Kliniken bisher keine Kenntnis. Aus 5 Häusern wurde über insgesamt 10 Patienten mit Nachweis von MRE berichtet. Das Keimspektrum war ähnlich zu den Akutkliniken (Abb. 5). Es dominierten resistente Enterobacteriaceae (Multiresistenz und ESBL).

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Laboratorien:

Von den 12 teilnehmenden Laboratorien hatten 11 eine eigenständige Fachabteilung Mikrobiologie. Dienstzeiten und Einsenderklientel sind in der Abb. 6 dargestellt.

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Für das MRSA-Screening wurden kulturelle und molekularbiologische Verfahren angeboten. Die Kosten stellten sich sehr unterschiedlich dar (Abb. 7).

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Die Laboratorien gaben an, regelmäßig Erreger-Resistenz-Statistiken für ihre Einsender zu erstellen. Im Befragungszeitraum wurden aus Untersuchungsproben 10.645 Staphylococcus aureus-Isolate nachgewiesen mit einem MRSA-Anteil von 26 Prozent. Der Aufbau und die Inhalte der Statistiken insbesondere die Definition der sog. "copy-strain" zeigten eine ausgeprägte Variabilität. Dies erlaubte keine Vergleichbarkeit der erfassten Daten.
Ein Fachlabor hatte spezielle Testungsverfahren zum Nachweis von Vancomycin-resistentem Staphylococcus aureus (VRSA) in der Routinediagnostik eingeführt. Bis zum Zeitpunkt der Befragung waren keine VRSA bei den Teilnehmern nachweisbar.

Stationäre Pflegeeinrichtungen:

Die 104 teilnehmenden Pflegeeinrichtungen zeigten bezüglich der erfragten Strukturdaten - Bewohner, Risikoprofil, invasive Versorgungsmaßnahmen, räumliche Unterbringung - ein homogenes Verteilungsmuster. Drei Einrichtungen gaben an, zusätzlich über spezielle Überwachungsräume mit Herzkreislauf-Monitoring zu verfügen. Über 70 Prozent der Bewohner waren in 1-Bett-Zimmern untergebracht. 
In 10 Einrichtungen gab es einen benannten sog. "Heimarzt". Demgegenüber wurden in den übrigen Häusern die Bewohner durch den Hausarzt ihrer persönlichen Wahl medizinisch versorgt. 
61 Pflegeeinrichtungen (59 Prozent) zeigten keine Einschränkung bei der Aufnahme von MRSA-Trägern. Zwei Pflegeeinrichtungen lehnten dagegen die Aufnahme von MRSA-Trägern strikt ab. Weitere 40 Prozent erlaubten eine Aufnahme nur bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (Abb. 8).

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Alle Teilnehmer gaben an, einen Hygieneplan zu haben, in dem auch die Maßnahmen im Umgang mit MRSA-positiven Bewohnern geregelt sind. Danach wurden in 47 Einrichtungen die Bewohner strikt räumlich isoliert und in 43 Einrichtungen in Abhängigkeit vom Nachweisort. Die räumliche Isolation wurde laut Hygieneplan in 84 Einrichtungen zeitlich begrenzt, zwei Einrichtungen gaben keine zeitlichen Begrenzungen vor. 
Besucher von MRSA-Bewohnern wurden in der Regel zugelassen, mussten aber einen Schutzkittel tragen (86 Prozent) und eine hygienische Händedesinfektion durchführen (97 Prozent). 7 Teilnehmer der Befragung erlaubten den MRSA-Bewohnern eine uneingeschränkte Teilnahme an Gruppentherapien oder Gemeinschaftsveranstaltungen. In 26 Einrichtungen wurde eine Teilnahme solchen gemeinsamen Veranstaltungen untersagt, in weiteren 66 Einrichtungen war eine Teilnahme an Gemeinschaftsaktivitäten nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. 
In 57 Prozent der Fälle erfuhren isolierte Bewohner ergänzende psychosoziale Betreuung. Ein bei Übernahme eines MRSA-Trägers aus einer Klinik begonnener Sanierungsversuch wurde in 81 Prozent fortgesetzt und in 80 Prozent der Fälle der Sanierungserfolg über mikrobiologische Untersuchungen kontrolliert.

Die Untersuchung der Mitarbeiter auf MRSA-Trägertum wurde unterschiedlich geregelt (Abb. 9). Drei Einrichtungen haben dazu keine Angaben gemacht.

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98 der Pflegeeinrichtungen hatten Informationsmaterial zu MRSA für Bewohner und Angehörige. Es wurde trotzdem deutlicher Bedarf (82 Einrichtungen) an weiterführender Information sowohl für Bewohner als auch Mitarbeiter gesehen.
Die Kommunikation des MRSA-Trägerstatus bei Verlegung und Übernahme wurde in 86 Prozent der Fälle korrekt eingestuft.

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