Das Ministerium

Unsere Themen

Landesbeauftragte

Service

Hitzewarnungen

- Vermeidung gesundheitlicher Schäden

Sommerhitze (Foto: Celeste-RF - Fotolia.de)Sommerhitze, © Celeste-RF - Fotolia.deBei sonnigem Wetter fühlen sich die meisten Menschen wohl. Für gesunde Erwachsene sind bei Hitzeperioden bzw. Hitzewellen und normalem Lebensstil keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten - vorausgesetzt: Sie nehmen ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich und vermeiden übermäßige Sonneneinstrahlung. Für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit können die Hitzewellen zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Daher sollte auf diese Gefährdungsgruppe bei Hitzewarnungen besonders geachtet werden. Die Hitzeperioden der letzten Jahre nimmt das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes Brandenburg zum Anlass gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) Hitzewarnungen auszusprechen und entsprechende Hinweise zu geben.

1. Wann werden Hitzewarnungen vom DWD herausgegeben?

Hitzewarnungen werden vom DWD für eine "starke Wärmebelastung" bei einer gefühlten Temperatur von 32°C und für eine "extreme Wärmebelastung" ab einer gefühlten Temperatur von 38°C ausgegeben. Für welche Landkreise und kreisfreien Städte aus Brandenburg Hitzewarnungen ausgesprochen wurden, kann dem regionalen Rundfunk-/Fernseh-Sender oder der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes www.dwd.de  entnommen werden.

2. Welche Personengruppen sind bei Hitzeperioden gefährdet?

  • Ältere Personen ab 65 Jahre und ganz besonders Menschen im hohen Alter
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Personen mit Gedächtnisstörungen, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind
  • Personen unter bestimmter medikamentöser Behandlung (wie Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente)
  • Chronisch Kranke (z.B. mit neurologischen Krankheiten, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten, Infektionskrankheiten)
  • Personen mit fieberhaften Erkrankungen
  • Konsumenten von Alkohol und psychoaktiv wirkenden Drogen
  • Personen mit bekannten Störungen der Hitzeanpassung

3. Wie wirkt die Hitze auf den menschlichen Körper?

Der menschliche Körper versucht an heißen Tagen die überschüssige Wärme durch vermehrte Hautdurchblutung und Schwitzen abzugeben und die Körpertemperatur zu regulieren. Durch diesen Prozess verliert der Körper in erhöhtem Maße Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte). Der Körper signalisiert über das Durstgefühl den Flüssigkeitsmangel. Gleichzeitig versucht er sich an die heißen Außenlufttemperaturen zu gewöhnen. Bei älteren Menschen und Menschen mit beschränkter Anpassungsfähigkeit sind diese Angleichungsprozesse gestört oder verlangsamt. Das Durstgefühl nimmt ab. Sie trinken zu wenig. Gleichzeitig sinkt die Fähigkeit zu schwitzen, was wiederum die Wärmeabgabe einschränkt. Bei erstmalig auftretender Hitze im Frühsommer und bei lang anhaltenden Hitzeperioden sind die älteren, kranken und behinderten Menschen besonders gefährdet, da dem Organismus die Zeit zur Anpassung an die hohen Außentemperaturen fehlt. Der Organismus ist extrem belastet. Hitzeschäden können die Folge sein.

4. Welche Formen von Hitzeschäden gibt es? - Ursachen, Symptome, Erstmaßnahmen

Im Folgenden sind verschiedene Formen der Hitzeschädigung beschrieben. In den meisten Fällen liegt eine Kombination mehrerer Arten von Hitzeschädigung vor. Dementsprechend muss ein Bündel von therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden.

Hitzeerschöpfung:
Ursache und Symptome: Starkes Schwitzen als Abkühlungsmechanismus des menschlichen Körpers führt auf die Dauer zu Flüssigkeits- und Salzverlust (Exsiccose). Wenn die Verluste nicht entsprechend durch Zufuhr von Wasser und Elektrolyten ausgeglichen werden, entsteht eine langsam zunehmende Schwäche, blasse graue feuchtwarme Haut, Muskelkrämpfe, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Fieber, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit.

Sonnenstich:
Ursache und Symptome: Starke UV-Sonnenlicht-Strahlung auf den unbedeckten Kopf kann zu einer Entzündung der Hirnhäute (aseptische Meningitis) und einer gefährlichen Schwellung des Hirngewebes (Hirnödem) führen. Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtscheu, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinstrübung.

Hitzekollaps:
Ursache und Symptome: Ein Kollaps kann auftreten, wenn bei anhaltender Hitze die vermehrte Durchblutung der Haut zwecks Wärmeabgabe zu einer kritischen Blutdrucksenkung führt. Dabei wird die Hirndurchblutung so vermindert, dass es zu kurzfristiger Bewusstlosigkeit und Kollaps kommt.

Hitzschlag:
Ursache und Symptome: Wenn die Wärmeabgabe des Körpers nicht ausreichend möglich ist, kommt es zum Versagen der lebensnotwendigen Temperaturregulationsmechanismen und die Körpertemperatur steigt rasch auf über 41 °C. Es kann innerhalb von Stunden zum Tode kommen, wenn keine intensivmedizinischen Maßnahmen ergriffen werden. Symptome sind heiße, rote trockene Haut, kaum Schweiß, Unruhe, Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die anzuwenden Erstmaßnahmen bei den einzelnen Formen der Hitzeschädigung:

Tabelle: Erstmaßnahmen bei Hitzeschäden

 HitzeerschöpfungSonnenstichHitzekollapsHitzschlag
An schattigen kühlen Ort bringen X X X X
Liegend lagern X
(stabile Seitenlage)
X
(mit erhöhtem
Oberkörper)
X
(stabile Seitenlage
oder Beinhoch-
lagerung)
X
(stabile Seitenlage)
Wenn möglich,
portionsweise
salzhaltige Flüssigkeit geben
X   X  
Mit kalten, nassen Tüchern kühlen   X   X
Überflüssige Kleidung ablegen     X X
Rettungsdienst / Notarzt alarmieren (X)
(bei ausgeprägter Symptomatik)
(X)
(bei ausgeprägter Symptomatik)
X X

Bei folgenden Symptomen der Hitzeschädigung sollte immer der Rettungsdienst/Notarzt alarmiert werden:

  • Heftigste Kopfschmerzen
  • Unstillbares Erbrechen
  • Sehr hohe Körpertemperatur (über 39°C)
  • Plötzliche Verwirrtheit
  • Krampfanfall
  • Bewusstseinstrübung
  • Kreislaufschock
  • Bewusstlosigkeit

5. Was kann jeder Einzelne für sich oder andere tun?

Hier sind einige Beispiele aufgeführt:

  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Günstiger ist es sich im Schatten oder in abgedunkelten Räumen aufzuhalten.
  • Sie sollten sich auf keinen Fall in geschlossenen parkenden Fahrzeugen aufhalten. Ebenso wenig sollten Sie schlafende Kinder im Kfz zurücklassen (auch nicht Tiere).
  • Verwenden Sie Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung bei Ihrem Aufenthalt im Freien.
  • Tragen Sie leichte, luftdurchlässige, helle Kleidung.
  • Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen, insbesondere in der Mittagshitze.
  • Nutzen Sie Ventilatoren in überhitzten Räumen. Besser ist es die Räume leicht abzudunkeln, am besten mit Fensterläden / Außenjalousien damit die Wärme nicht ins Zimmer gelangt.
  • Kalte Waschungen, lauwarme Duschen oder Bäder versprechen eine Abkühlung.
  • Sie müssen Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen und gleichzeitig den Elektrolytverlust ausgleichen. Hierzu eignen sich: kühle (nicht kalte) Getränke wie natriumhaltiges Mineralwasser, Säfte, Suppen, Brühen; wasserreiche Früchte wie Melone, Gurke, Tomate, Erdbeeren, Pfirsiche. Nehmen Sie zusätzlich täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich. Bei einem Anstieg der Körpertemperatur von einem Grad, wie es z.B. bei Fieber der Fall ist (Körpertemperatur von 37° auf 38°), muss wenigstens ein halber Liter zusätzliche Flüssigkeit aufgenommen werden.
  • Vermeiden Sie Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee oder stark Zuckerhaltiges.
  • Nutzen Sie die kühleren Nacht- oder Morgentemperaturen zum Lüften der Räume.
  • Achten Sie auf Ihre Familie, Verwandten und Bekannten. Auch sie sollten genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und sich entsprechend der hohen sommerlichen Temperaturen verhalten.

Weitere Informationen:

  Wie Du Dich richtig vor der Sonne schützt

Übersicht

Themen

Übersicht: