Rettungswesen

im Land Brandenburg

Foto: Einsatz Rettungswagen und Rettungshubschrauber (Quelle: ADAC-Luftrettung GmbH)Einsatz Rettungswagen und -hubschrauber, © ADAC-Luftrettung gGmbH Der Rettungsdienst hat die Aufgabe, rund um die Uhr bei medizinischen Notfällen aller Art - Verletzungen, Vergiftungen und Erkrankungen - durch den Einsatz von qualifiziertem Rettungsfachpersonal und den geeigneten Rettungsfahrzeugen rasch und sachgerecht zu helfen und Leben zu retten. Dabei wird unterschieden zwischen dem bodengebundenen Rettungsdienst (mit den Aufgaben Notfallrettung und qualifizierten Krankentransport) und der Luftrettung, die den bodengebundenen Rettungsdienst ergänzt und unterstützt. Für den bodengebundenen Rettungsdienst sind die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig und das Land für die Luftrettung (Träger des Rettungsdienstes). Eine Bergrettung gibt es in Brandenburg nicht. Wasserrettung wird überwiegend von Hilfsorganisationen und öffentlichen Feuerwehren durchgeführt.

In der Notfallrettung arbeiten Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter am Notfallort zusammen, um beim Notfallpatienten unverzügliche lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten und weitere schwere gesundheitliche Schäden zu verhindern. Sie stellen die Transportfähigkeit der Notfallpatienten her und befördern diese mit einem Rettungsfahrzeug unter fachgerechter Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete Gesundheitseinrichtung.

Aufgabe des qualifizierten Krankentransportes ist es, kranke und hilfsbedürftige Personen, die keine sofortige Notfallversorgung benötigen, planbar ist, zu befördern. Beim qualifizierten Krankentransport wird der Patient von Rettungssanitätern betreut, die den Gesundheitszustand des Patienten überwachen und, bei einer Verschlechterung, die erforderlichen medizinischen Maßnahmen einleiten können. Zu den Aufgaben des qualifizierten Krankentransportes gehören Fahrten zum Arzt, ins Krankenhaus, Verlegungsfahrten von Klinik zu Klinik oder zur ambulanten Untersuchung.

Die Landkreise und kreisfreien Städte sind verantwortlich, die notwendige Infrastruktur zu schaffen und fachlich qualifiziertes Personal und Rettungsfahrzeuge rund um die Uhr vorzuhalten. Zur Infrastruktur gehört ein Netz von Rettungswachen und Notarztstandorten. Die Rettungswachen sind so zu errichten, dass jeder an einer öffentlichen Straße gelegene Einsatzort in 15 Minuten erreicht werden kann (Hilfsfrist). Die Hilfsfrist muss in 95 Prozent aller Fälle in einem Jahr eingehalten werden. Sie umfasst den Zeitraum, der nach der Notfallmeldung in der Regionalleitstelle mit der Einsatzentscheidung beginnt und endet mit Erreichen des Einsatzortes durch das erste Rettungsfahrzeug.

Alle Hilfeersuchen für Rettungsdienst und Feuerwehr, werden seit 2010 von den fünf Regionalleitstellen (integrierte Leitstellen) in Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder) und Potsdam entgegengenommen und koordiniert. Die Regionalleitstellen sind ständig mit qualifizierten Mitarbeitern besetzt, mit den notwendigen technischen Einrichtungen ausgestattet und über den Notruf 112 erreichbar.

 

Erste Hilfe

Fast bei jedem Notfall sind die von anwesenden Personen (Familienmitgliedern, Arbeitskollegen oder zufällig vorbeikommenden Passanten) durchgeführten Sofortmaßnahmen (Absicherung der Unfallstelle und lebensrettende Handgriffe) für den Notfallpatienten von großer Bedeutung. Deshalb sollten die u. a. von den Hilfsorganisationen angebotenen Erste-Hilfe-Kurse möglichst von vielen Bürgerinnen und Bürgern besucht werden. Wer im Notfall von seinen Mitmenschen sachgemäße Erste Hilfe erwartet, sollte selbst in der Lage sein, anderen zu helfen. Deshalb ist jeder von uns aufgefordert, entsprechende Kurse zu besuchen oder alte Schulungen wieder aufzufrischen.

 

Luftrettung

Der Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber, besetzt mit Pilot, Notärztin oder Notarzt und Rettungsassistentin oder Rettungsassistent, ist eine zentrale Ergänzung des bodengebundenen Rettungsdienstes. Immer wichtiger als der sogenannte Primäreinsatz, bei dem der Hubschrauber unmittelbar an der Notfallstelle eingesetzt wird und die Notfallpatientin oder den Notfallpatienten sofort in ein geeignetes Krankenhaus fliegt, wird inzwischen angesichts der fortlaufenden Spezialisierung der Krankenhäuser und der Konzentration bestimmter Behandlungsmethoden auf wenige Kliniken der sogenannte Sekundärtransport. Ein Patient, der eine spezielle Versorgung benötigt, wird aus einem Krankenhaus in eine Spezialklinik verlegt, die für die jeweils erforderliche medizinische Behandlung ausgestattet ist. Solche Verlegungen erfolgen sehr oft unter intensivmedizinischen Bedingungen, meist mit dem Intensivtransporthubschrauber Christoph Brandenburg der ADAC-Luftrettung gGmbH (Typ Eurocopter EC 145) mit Standort in Senftenberg.

In Brandenburg setzen die ADAC Luftrettung gGmbH in Senftenberg und Perleberg, die DRF Stiftung Luftrettung gAG inAngermünde und Bad Saarow sowie die Bundespolizei in Brandenburg an der Havel als Rettungshubschrauber Eurocopter EC 135 ein.

 

Rechtsgrundlagen


Auf Basis des Brandenburgischen Rettungsdienstgesetzes konkretisiert die Verordnung über den Landesrettungsdienstplan bestimmte Anforderungen des Gesetzes, z. B. an das im Rettungsdienst einzusetzende Personal, die Rettungsfahrzeuge oder die Standorte des Luftrettungsdienstes.
Für den Luftrettungsdienst hat das Ministerium eine Dienstanweisung für den Einsatz von Rettungshubschraubern und Verlegungshubschraubern im Land Brandenburg erlassen.

Rettungsdienstgesetz 

Verordnung über den Landesrettungsdienstplan  (Landesrettungsdienstplanverordnung - LRDPV)

 

Finanzierung des Rettungsdienstes

Ein wirksamer Rettungsdienst wäre ohne eine ausreichende finanzielle Grundlage nicht möglich. Das Land, die Landkreise und kreisfreien Städte haben auf Grund des Brandenburgischen Rettungsdienstgesetzes die Investitionen für die technische Ausstattung sowie die bauliche Unterbringung der Rettungsleitstellen, Rettungswachen und Notarztstandorte, die Beschaffung und Ausrüstung der Einsatzfahrzeuge sicherzustellen und die Personalkosten zunächst zu tragen. Die Kosten für die Regionalleistellen werden durch den Rettungsdienst zu ca. 60 Prozent übernommen, den verbleibenden Teil teilen sich Feuerwehr und Katastrophenschutz.

Für die Leistungen des Rettungsdienstes werden von den Trägern kostendeckende Benutzungsgebühren erhoben, die für die Patienten von den Krankenkassen übernommen werden.

 

weiterführende Informationen

Letzte Aktualisierung: 19.10.2015