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Leitlinien für Seniorenpolitik

Präambel

Die Seniorenpolitik der Landesregierung basiert auf einem differenzierten Altersbild, das die Vielfältigkeit des Alters sowohl hinsichtlich der Potenziale als auch der besonderen Probleme und Hilfebedarfe berücksichtigt. Die Landesregierung hat dabei nicht nur die Älteren nach, sondern auch während der Erwerbsphase im Blick. Sie beachtet die geschlechtsspezifischen Ausprägungen des Alterns durch eine geschlechtergerechte Politik für Seniorinnen und Senioren in allen Handlungsfeldern. Im Fokus stehen hier die unterschiedlichen Lebenslagen wie auch die besonderen Interessen und Bedürfnisse von älteren Frauen und Männern.

Eine geschlechtersensibel ausgerichtete Seniorenpolitik ist Querschnittsaufgabe der Landesregierung. Aufgrund der stetigen Alterung der Gesellschaft sind Handlungsstrategien erforderlich, die nur in enger Zusammenarbeit der Ministerien und unter Einbindung von Kommunen, Seniorenvertretungen, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Bildungseinrichtungen entwickelt und verwirklicht werden.

 

Leitlinie 1: Rahmenbedingungen für aktive Teilhabe schaffen

Die Landesregierung versteht  Seniorenpolitik als „Politik des aktiven Alter(n)s“. Sie setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die eine aktive und andauernde Teilhabe von Seniorinnen und Senioren am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und bürgerschaftlichen Leben ermöglichen und befördern. Dabei soll die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe und Lebensbedingungen berücksichtigt werden – seien es die besonderen Belange von älteren Frauen, von Menschen mit Behinderungen, Zugewanderten oder von Seniorinnen und Senioren mit z. B. gleichgeschlechtlicher Lebensweise oder Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft.

 

Leitlinie 2: Bürgerschaftliches Engagement stärken; Lebenslanges Lernen als zentralen Baustein fördern

Die Seniorenpolitik der Landesregierung stärkt die Eigen- und Mitverantwortung älterer Menschen. Sie bestärkt sie darin, ihre Potenziale für das Gemeinwohl einzusetzen. Das bürgerschaftliche Engagement von Seniorinnen und Senioren als unverzichtbarer Beitrag der älteren Generationen zur Generationssolidarität wird unterstützt. Die Landesregierung ermutigt Seniorinnen und Senioren zum lebenslangen Lernen: Engagement und Weiterbildung gehören dabei zusammen.

 

Leitlinie 3: Dialog der Generationen unterstützen

Die Landesregierung würdigt den Beitrag der Seniorinnen und Senioren für die familiäre Solidarität zwischen den Generationen und unterstützt den Dialog der Generationen auch außerhalb der Familie. Sie sieht darin eine wichtige Schnittstelle mit der Familienpolitik.

 

Leitlinie 4: Erwerbstätigkeit ermöglichen

Die Landesregierung setzt sich für die Aktivierung und Nutzung der Potenziale Älterer auf dem Arbeitsmarkt ein. Sie wirkt bei Unternehmen, Verbänden und Arbeitgebern darauf hin, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu beschäftigen, sie weiterzubilden und ihnen durch eine altersgerechte Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung die Beschäftigung bis zum Renteneintrittsalter zu ermöglichen. Damit soll ein Beitrag zur Milderung des zu erwartenden Fachkräftemangels geleistet und Altersarmut verhindert werden. Die Erhaltung der Kompetenzen und der Beschäftigungsfähigkeit älterer Beschäftigter und die Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt werden von der Landesregierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv unterstützt.

 

Leitlinie 5: Ältere Menschen in ihrer Rolle als Verbraucherinnen und Verbraucher stärken

Die Landesregierung sieht Chancen in der Entwicklung der Seniorenwirtschaft. Sie setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen verstärkt in ihrer Rolle als Verbraucherinnen und Verbraucher angesprochen werden. Seniorenpolitik unterstützt mit Blick auf eine starke Seniorenwirtschaft die Entwicklung von auch für Seniorinnen und Senioren geeigneten Produkten sowie von Dienstleistungen für die ältere Generation.

 

Leitlinie 6: Gesundheitliche Prävention fördern

Die Landesregierung stärkt die gesundheitliche Prävention bei älteren Menschen und verfolgt das Ziel, auch in dünn besiedelten Räumen eine angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten. Sie unterstützt die mit einem produktiven Alter verbundenen Aktivitäten, die zu Wohlbefinden und psychischer Gesundheit beitragen.

 

Leitlinie 7: Mobilität gewährleisten

Die Landesregierung schafft die Voraussetzungen für die Teilhabe von älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben. Von besonderer Bedeutung sind die Sicherung altersgerechter Mobilitätsdienstleistungen sowie die altersgerechte Gestaltung von Wohnraum, Wohnumfeld und sozialer Infrastruktur. Barrierefreiheit wird angestrebt.

 

Leitlinie 8: Sicherheit als Beitrag zur Lebensqualität

Die Landesregierung bewertet ein sicheres Wohnumfeld als einen wesentlichen Aspekt der Lebensqualität. Brandenburgs Polizei wird trotz sich verändernder Bedingungen auch zukünftig für eine flächendeckende Präsenz sorgen. Kurze Interventionszeiten, eine wirkungsorientierte Präventionsarbeit und eine qualitativ hohe Kriminalitätsbekämpfung sollen für alle Menschen in Brandenburg ein Leben ohne Angst vor Kriminalität ermöglichen. Ein Schwerpunkt präventiver polizeilicher Arbeit ist die verhaltensorientierte Beratung der Seniorinnen und Senioren über Kriminalität.

 

Leitlinie 9: Pflege in Selbstbestimmtheit und Würde

Die Landesregierung unterstützt den Wunsch älterer, pflegebedürftiger Menschen, so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben zu können. Bei der Bewältigung der häuslichen Pflege brauchen Familien und Nachbarschaften Hilfen in Form von Beratung, Begleitung und Entlastung. Zwischen bisherigem Zuhause und einer stationären Einrichtung werden weiter vielfältige Wohn- und Betreuungsalternativen entwickelt. Ambulante Pflege hat Vorrang, sie benötigt aber Voraussetzungen, die in der eigenen Häuslichkeit nicht immer bestehen.

Auch in stationären Pflegeeinrichtungen setzt sich die Landesregierung für eine neue Kultur des Helfens ein. Ziel ist es, Lebensqualität und damit Würde und Selbstbestimmtheit auch in der letzten Lebensphase zu ermöglichen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit von Angehörigen, Ehrenamtlichen und professionell Pflegenden.

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