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08.03.2011Geschlechtergerechtigkeit stärkt Brandenburg | 027/2011

Die Landesregierung will Benachteiligungen von Mädchen und Frauen weiter abbauen. Frauenminister Günter Baaske brachte dazu heute – am 100. Internationalen Frauentag – im Kabinett das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm bis 2014 ein. Mit ihm werden erstmals alle gleichstellungspolitischen Maßnahmen ressortübergreifend gebündelt.

Ministerpräsident Matthias Platzeck sagte nach der Kabinettssitzung: „Das Programm ist keine symbolische Frauentagsblume, sondern ein Strauß von Maßnahmen, der unser Land positiv verändern soll und wird. Nicht alle Maßnahmen sind neu, aber neu ist die Form der strategischen Verknüpfung und Verbindlichkeit. Das Rahmenprogramm ist Ausdruck einer Selbstverpflichtung des Landes Brandenburg.“

Ministert Baaske sagte: „Vor allem geht es um die Rechte von Frauen. Der Einsatz für die Gleichstellung von Frauen und Männern stärkt aber zugleich Brandenburg in allen Bereichen. Schon allein aufgrund von Fachkräftemangel und demografischer Entwicklung wäre es für die Gesellschaft fatal, Frauen zu benachteiligen.“

Brandenburgs Gleichstellungspolitik wird mit dem 55-seitigen Rahmenprogramm weiterentwickelt. In das Programm flossen nach fünf Regionalkonferenzen Ideen und Vorhaben von zahlreichen Gleichstellungsbeauftragten, Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Initiativen sowie aller Ministerien ein. Zu den Konferenzen hatte Brandenburgs Landesgleichstellungsbeauftragte Friederike Haase eingeladen.

Mit dem Programm werden für acht wesentliche Politikbereiche gleichstellungspolitische Handlungsschwerpunkte und Ziele definiert Von zentraler Bedeutung sind eine gerechte Entlohnung, gleiche Chancen auf Teilhabe in allen Bereichen des Lebens, Aufstiegsmöglichkeiten und ein gewaltfreies Leben. Es geht auch um die Verbesserung der Möglichkeiten für Frauen und Männer, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Wichtig ist Baaske auch eine noch stärkere Beteiligung von Frauen in den Kommunen, zum Beispiel in Kommunalparlamenten. Frauen haben nach dem Gesetz die gleichen Rechte wie Männer. Baaske: „Im tatsächlichen Leben sind sie aber immer noch strukturell benachteiligt. Mit unseren Maßnahmen haben wir bereits viel erreicht - das wird fortgesetzt. Für die Meilensteine ist aber der Bundesgesetzgeber zuständig: So sind es vor allem Frauen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Von einem Mindestlohn würden sie am meisten profitieren. Und Frauen sind seltener in Führungspositionen. Diesen Missstand kann nur eine Frauenquote wirksam beseitigen.“

Brandenburg werde sich auch über den Bundesrat weiter für diese Themen engagieren. Baaske: „Dazu gehört auch eine konsequente Überprüfung des bestehenden Ehegattensplittings. Es hindert Frauen daran, einen Beruf auszuüben beziehungsweise drängt sie in Niedriglohnbereiche.“ Eine der größten Herausforderungen sei die Beseitigung von veralteten Geschlechterstereotypen. Baaske: „Das fängt in der Familie bei der Hausarbeit und der Kinderbetreuung an, was leider noch viel zu oft als reine Frauensache betrachtet wird. Eltern müssen ihren Kindern Gleichberechtigung vorleben.“

Schülerinnen und Schüler sollten sich von tradierten Berufsvorstellungen befreien, die sich über viele Generationen hinweg etabliert haben. So wählt heute die Hälfte aller Mädchen nur einen aus zehn Berufen, so Bürokauffrau, Friseurin oder Hotelfachfrau. Bei den Jungen reduziert über ein Drittel die Wahl auf zehn Berufe, darunter Kfz-Mechatroniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriemechaniker. Baaske: „Es gibt 350 verschiedene Ausbildungsberufe. Wer über den Tellerrand schaut, verbessert seine beruflichen Perspektiven.“ Der Brandenburgische Zukunftstag am 14. April helfe, Mädchen stärker für technische und Jungen für soziale Berufe zu begeistern.

70 Prozent aller Frauen und 74 Prozent aller Männer sind in Brandenburg erwerbstätig. 42 Prozent der Vollzeitbeschäftigten und 82 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Auch schneiden Frauen bei den geringfügig Beschäftigten schlechter ab: 57 Prozent sind weiblich. Baaske: „Frauen müssen die gleiche Chance auf eine gut bezahlte Vollzeitstelle bekommen. Angesichts des Fachkräftemangels wird die Wirtschaft ihre Personalpolitik zwangsläufig ändern müssen.“ Das Land wird Frauen bei der Erwerbstätigkeit noch stärker unterstützen, beispielsweise bei der Existenzgründung. Dafür stehen im Haushalt pro Jahr rund 7,6 Millionen Euro zur Verfügung. Auch beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf und bei der Karriereentwicklung sollen Frauen zum Beispiel mit dem Landesprogramm „Einstiegszeit“ in Zukunft stärker gefördert werden. Im Haushalt 2011 sind dafür drei Millionen Euro vorgesehen.

Die Benachteiligung beim Einkommen und bei der Arbeitszeit wirkt sich negativ auf die Rente aus. In Brandenburg lag die Durchschnittsrente einer Frau im Jahr 2008 bei 677 Euro, ein Mann bekam 1.036 Euro. Baaske: „Der Altersarmut kann vorgebeugt werden, indem sich die Verdienstmöglichkeiten verbessern.“

Frauen schaffen schwerer den Ausstieg aus der Arbeitslosigkeit als Männer. Ihr Anteil an den Langzeitarbeitslosen liegt bei 52 Prozent. Im Durchschnitt sind eine Frau 45,7 Wochen und ein Mann 31,6 Wochen am Stück arbeitslos.

Die Schule beenden Mädchen erfolgreicher als Jungen: jedes zweite Mädchen, aber nur jeder dritte Junge legt das Abitur ab. Es sind auch mehr Frauen, die ein Studium erfolgreich abschließen – beruflich und finanziell machten aber die Männer „die größeren Sprünge“, so Baaske. Bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern müssten „die spezifischen Belange von Mädchen und Jungen noch stärker berücksichtigt werden.“

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