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Elterngeld

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die

  • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,
  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und
  • nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind.

Auch Ehe- und Lebenspartnerinnen oder -partner, die das Kind nach der Geburt betreuen, können Elterngeld erhalten. Dies gilt auch für Adoptiveltern sowie in Ausnahmefällen für Verwandte bis dritten Grades.

Staatsangehörige von EU/EWR-Staaten und der Schweiz haben in der Regel einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder, falls sie nicht erwerbstätig sind, in Deutschland wohnen.

Für andere Ausländerinnen und Ausländer gelten gesonderte Regelungen. Auskünfte erteilen die Elterngeldstellen.

Keinen Anspruch auf Elterngeld haben Elternpaare, die im letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro hatten. Für Alleinerziehende entfällt der Elterngeldanspruch ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 250.000 Euro.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Das Basiselterngeld beträgt bei Vorliegen aller Anspruchsvoraussetzungen monatlich mindestens 300 Euro (Mindestbetrag) und kann bis zu einem Monatsbetrag von 1.800 Euro (Höchstbetrag) gezahlt werden. Das Elterngeld ersetzt einen Teil des Erwerbseinkommens, welches der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes erzielt hat und welches nach der Geburt wegfällt. Durch das Elterngeld wird dieses entfallene Einkommen mit einer Ersatzrate ausgeglichen, die nach der Höhe des Einkommens vor der Geburt des Kindes gestaffelt ist. Diese liegt zwischen 65 und 100 Prozent des entfallenen Einkommens.

Für Geringverdienerinnen und -verdiener gibt es eine erhöhte Ersatzrate. Ist das maßgebliche Einkommen vor der Geburt geringer als 1.000 Euro monatlich, erhöht sich der Prozentsatz des Ersatzeinkommens von 67 Prozent schrittweise auf bis zu 100 Prozent. Für je 2 Euro, die das Einkommen unter 1.000 Euro liegt, steigt die Ersatzrate um 0,1 Prozentpunkte.
Beispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 800 Euro beträgt das Elterngeld 77 Prozent des Nettoeinkommens vor der Geburt, also 616 Euro.

Einkommen aus Teilzeitarbeit während der Zeit des Elterngeldbezugs wird in die Berechnung des Elterngeldes mit einbezogen. Deshalb müssen Sie der Elterngeldstelle die Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung umgehend mitteilen.

Mehrkindfamilien können einen sogenannten Geschwisterbonus erhalten. Das nach den allgemeinen Regeln zustehende Elterngeld wird um 10 Prozent, mindestens aber um 75 Euro bzw. bei Bezug von Elterngeld Plus 37,50 Euro im Monat, erhöht. Dieser Geschwisterbonus wird dann gewährt, wenn mindestens ein älteres Geschwisterkind unter drei Jahren im Haushalt lebt. Bei zwei oder mehr älteren Geschwisterkindern im Haushalt genügt es, wenn mindestens zwei Geschwisterkinder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Bei Mehrlingsgeburten wird ein Zuschlag von monatlich 300 Euro ab dem zweiten Mehrlingskind gezahlt. Bei Bezug von Elterngeld Plus beträgt dieser Zuschlag monatlich 150 Euro.

Elterngeld Plus

Mit dem Elterngeld Plus ist eine weitere Bezugsvariante möglich. Dabei bekommen die antrag- stellenden Personen die Hälfte des Basiselterngeldes, allerdings für den doppelten Zeitraum. Das Elterngeld Plus beträgt monatlich mindestens 150 Euro (Mindestbetrag) und maximal 900 Euro (Höchstbetrag).

Daneben besteht zusätzlich die Möglichkeit, einen Partnerschaftsbonus in Höhe von vier weiteren Monaten Elterngeld Plus je Elternteil zu erhalten. Hierfür müssen die Eltern in vier aufeinander folgenden Lebensmonaten des Kindes gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden im Monat erwerbstätig sein und die sonstigen Anspruchsvoraussetzungen für den Elterngeldbezug vorliegen..
www.elterngeld-plus.de

Wie wird das Elterngeld errechnet?

Bei Beschäftigten mit Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit wird in aller Regel das Einkommen aus den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes (anhand der Lohn- und Gehaltsbescheinigungen) zugrunde gelegt. Für Selbstständige sind die Einkünfte des letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraumes vor der Geburt des Kindes (aus dem Steuerbescheid) maßgeblich.

Zur Festsetzung des elterngeldrelevanten Einkommens werden davon sowohl bei Nichtselbstständigen als auch bei Selbstständigen die Abzüge in pauschalierter Form vorgenommen. Die Abzüge für Steuern werden anhand des in der Lohnabrechnung gebräuchlichen Programmablaufplans für die Steuerberechnung ermittelt; die Abzüge für die gesetzlichen Sozialabgaben erfolgen nach festen Prozentzahlen (9 Prozent für die Kranken- und Pflegeversicherung, 10 Prozent für die Rentenversicherung, 2 Prozent für die Arbeitsförderung), sofern eine Versicherungspflicht im jeweiligen gesetzlichen Sozialversicherungszweig bestanden hat. Für das auf diesem Weg ermittelte Einkommen wird unter Anwendung der Ersatzrate (siehe Punkt „Wie hoch ist das Elterngeld?“) die Höhe des Elterngeldes bestimmt.

Eine erste Orientierung zur Höhe Ihres zu erwartenden Elterngeldanspruchs bietet der Elterngeldrechner des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (www.familienweg weiser.de). Beachten Sie bitte, dass die Ergebnisse des Rechners grundsätzlich nicht rechtsverbindlich sind. Ihren tatsächlichen Elterngeldanspruch kann die für Sie zuständige Elterngeldstelle verbindlich ermitteln.

Wie lange kann Elterngeld bezogen werden?

Das Basiselterngeld kann in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes in Anspruch genommen werden. Die Eltern haben insgesamt Anspruch auf zwölf Monatsbeiträge. Anspruch auf zwei weitere Monatsbeträge haben Eltern, wenn für zwei Monate eine Minderung des Erwerbseinkommens erfolgt (Partnermonate). Die Zeit, in der die Mutter nach der Geburt Mutterschaftsleistungen bezieht, wird auf die Zeit, für die der Mutter Elterngeld zusteht, in Form von Basiselterngeldmonaten angerechnet.
Die Partner können die Monatsbeträge abwechselnd oder auch gleichzeitig beziehen, z. B. beide über den Zeitraum von sieben Monaten nach der Geburt des Kindes.

Ein Elternteil kann mindestens für zwei und höchstens für zwölf Monate Elterngeld beziehen. Alleinerziehende, bei denen sich für zwei weitere Monate das Erwerbseinkommen mindert, können allein bis zu 14 Monate Basiselterngeld erhalten. Wesentliche Bedingung ist, dass die Voraussetzungen des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende nach dem Einkommensteuergesetz (Lohnsteuerklasse II) vorliegen und der andere Elternteil weder mit dem Kind noch mit dem alleinerziehenden Elternteil in einer Wohnung lebt.

Elterngeld Plus kann für die doppelte Anzahl der Monate bezogen werden. Ein Elternteil kann also bis zu 24 Monaten bis zur Hälfte des Basiselterngeldes erhalten. Gleiches gilt für die Partnermonate, die auf vier Monate verdoppelt werden. Hinzu kommt bei Vorliegen der Voraussetzungen der Partnerschaftsbonus mit weiteren vier Bezugsmonaten Elterngeld Plus je Elternteil. Zu beachten ist, dass ab dem 15. Lebensmonat des Kindes ein lückenloser Bezug von Elterngeld Plus erfolgen muss. Für Alleinerziehende gelten diese Möglichkeiten und Regelungen gleichermaßen.

Erfolgt eine Anrechnung des Elterngeldes auf andere Sozialleistungen?

Elterngeld wird grundsätzlich vollständig, also auch in Höhe des Mindestbetrages von 300 Euro, auf das Arbeitslosengeld II, die Sozialhilfe und den Kinderzuschlag angerechnet. Elterngeldberechtigte, die vor der Geburt Erwerbseinkünfte hatten, erhalten jedoch einen Elterngeldfreibetrag. Dieser orientiert sich an dem Einkommen vor der Geburt und beträgt höchstens 300 Euro. Bis zu dieser Höhe ist das Elterngeld beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag anrechnungsfrei und steht zusätzlich zu diesen Leistungen zur Verfügung. Bei anderen Sozialleistungen, z. B. bei Wohngeld und BAföG, wird das Elterngeld ebenfalls nur als Einkommen berücksichtigt, soweit es den Mindestbetrag von 300 Euro überschreitet. Bei Bezug von Elterngeld Plus verringern sich die Mindestbeträge um die Hälfte.

Wo, wann und wie müssen Sie das Elterngeld beantragen?

Elterngeld müssen Sie im Land Brandenburg schriftlich bei der Elterngeldstelle des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt (meist beim Jugendamt), in deren Bereich Sie Ihren Wohnsitz haben, beantragen. Sofern Sie in der Stadt Schwedt/Oder wohnen, können Sie sich direkt an Ihre Stadtverwaltung wenden.

Wenn Sie den Antrag nicht gleich nach der Geburt Ihres Kindes stellen, beachten Sie bitte, dass das Elterngeld rückwirkend höchstens für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats gezahlt wird, in dem der Antrag in der Elterngeldstelle eingegangen ist.

Das Antragsformular erhalten Sie bei der Elterngeldstelle. Weitere Informationen erhalten Sie über das Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Letzte Aktualisierung: 01.06.2016

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