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Menschen mit Behinderungen

Parkplatz für Behinderte © srphotos - Fotolia.com © srphotos - Fotolia.com

Es ist normal, verschieden zu sein. Manche Menschen sind blind oder gehörlos, andere haben Lernschwierigkeiten, eine geistige oder körperliche Behinderung. Aber es gibt auch viele Menschen, die nicht über 1,20 Meter hoch springen oder 100 Meter nicht unter zwanzig Sekunden rennen können. Sind sie deshalb behindert? Eine Behinderung sollte nur als Verschiedenheit verstanden werden.

Die wenigsten Behinderungen sind angeboren. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wurde bei 85 Prozent der schwerbehinderten Menschen in Deutschland die Behinderung durch eine Krankheit verursacht, 4 Prozent der Behinderungen waren angeboren beziehungsweise traten im ersten Lebensjahr auf und 2 Prozent waren auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen (weitere Informationen unter www.destatis.de).

Jeder Mensch kann von einer Behinderung betroffen sein.

In Brandenburg leben rund 450.000 Menschen mit Behinderungen, das ist jede fünfte Person im Land. Rund 325.000 davon gelten als schwerbehindert.

Und der Anteil der Bevölkerung, der auf eine barrierefreie Umwelt angewiesen ist, wächst auch mit dem demografischen Wandel. Bereits im Jahr 2020 wird jeder Vierte und ab 2030 schon jeder Dritte im Land Brandenburg über 65 Jahre alt sein. Ältere Menschen, aber auch Familien mit Kleinkindern benötigen barrierefreie Wohnungen, frei zugängliche öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel.

Inklusion – Dabei sein von Anfang an

Anliegen einer modernen Behindertenpolitik ist nicht mehr allein die Integration, sondern die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Das Motto lautet: „Alle inklusive in Brandenburg“. Menschen mit Behinderungen gehören mitten in die Gesellschaft. Sie haben das Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft – von Anfang an.

Die Landesregierung hat am 13. Dezember 2016 das von Sozialministerin Diana Golze vorgelegte „Behindertenpolitische Maßnahmenpaket 2.0“ beschlossen (siehe Pressemitteilung vom 13.12.2016: „Maßnahmenpaket 2.0“ beschlossen: Auf dem Weg zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention"). Es enthält 105 konkrete Maßnahmen aller Ressorts und hat eine Laufzeit bis 2021. Damit wird das erste Maßnahmenpaket aus dem Jahr 2011 fortgeschrieben.

Das Behindertenpolitische Maßnahmenpaket 2.0 umfasst zehn Handlungsfelder: „Erziehung und Bildung“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Inklusiver Sozialraum und Wohnen“, „Barrierefreiheit – Bauen, Mobilität, Kommunikation, Information“, „Gesundheitliche Versorgung und Pflege“, „Tourismus, Kultur, Freizeit, Sport“, „Selbstbestimmtes Leben, Freiheits- und Schutzrechte“, „Bewusstseinsbildung, Partizipation, Interessenvertretung“, „Inklusive Teilhabe von Kindern und Jugendlichen“ sowie „Inklusive Teilhabe von geflüchteten Menschen mit Behinderungen“.

Das erste behindertenpolitisches Maßnahmenpaket hatte die Landesregierung im Jahr 2011 beschlossen (Pressemitteilung vom 29.11.2011: Inklusive Gesellschaft Ziel der Behindertenpolitik). Ein Zwischenbericht zum ersten Maßnahmenpaket wurde 2013 veröffentlicht . Im April 2015 wurde durch Sozialministerin Golze eine Bilanz der Landesregierung zum Behindertenpolitischen Maßnahmenpaket vorgelegt.

Das Brandenburger Behindertengleichstellungsgesetz wurde 2013 neu gefasst. Ein weiterer großer Schritt zur Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderungen in Brandenburg (Pressemitteilung vom 23.01.2013:  Neues Behindertengleichstellungsgesetz stärkt Rechte von Menschen mit Behinderung).

Mit der Neufassung des Behindertengleichstellungsgesetzes aus dem Jahr 2003 werden die Ziele und Grundsätze der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Landesrecht berücksichtigt. Brandenburg ist dabei eines der ersten Bundesländer, die das tun. Zentrale Ziele des neuen Gesetzes sind die Bewusstseinsbildung, die Verbesserung der Durchsetzung des Diskriminierungsverbotes und Gleichstellungsgebotes sowie die Stärkung des Landesbehindertenbeauftragten und des Landesbehindertenbeirates.

Mit der UN-Konvention, die seit 2009 auch für Deutschland verbindlich ist, wird Behinderung nicht länger vor allem unter medizinischen und sozialen Blickwinkeln betrachtet, sondern als Menschenrechtsthema anerkannt. Der Vertrag formuliert das Recht auf Selbstbestimmung, Partizipation und umfassenden Diskriminierungsschutz für Menschen mit Behinderungen und fordert eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft.

Brandenburger Inklusionspreis

Im Dezember 2016 wurde der zweite Brandenburger Inklusionspreis verliehen. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Alle dabei! Inklusion durch Kinder- und Jugendbeteiligung“ (Pressemitteilung vom 09.12.2016: „Design für Alle“: Preisverleihung Brandenburger Inklusionspreis 2016 - Inklusion durch Kinder- und Jugendbeteiligung.

Beim „Brandenburger Inklusionspreis 2016“ standen die Mitbestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen im Mittelpunkt. Gesucht wurden Projekte und Initiativen, die Kindern und Jugendlichen Beteiligung im Sinne ernstgemeinter Mitsprache, Mitbestimmung oder Mitwirkung ermöglichen, und damit die Rechte aus Artikel 7 „Kinder mit Behinderungen“ der UN-Behindertenrechtskonvention aktiv umsetzen.

 

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