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26.06.2009Ein Jahr Beratungstelefon für Konflikte und Gewalt in der Pflege - Ziegler zieht Bilanz | 102

Zum einjährigen Bestehen des Beratungs- und Beschwerdetelefons „Pflege in Not“ zog Sozialministerin Dagmar Ziegler heute in Potsdam eine positive Bilanz. „Es ist uns gelungen - auch mithilfe unserer Landespflegeinitiative – das Thema ‚Pflege‘ stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken und auch die damit verbundenen problematischen Seiten nicht zu vergessen“, sagte Ziegler. Dazu gehöre zum Beispiel das oft verdrängte und sensible Thema „Gewalt in der Pflege“. Die zentrale Beratungs- und Beschwerdestelle mit ihrem Telefonnotruf leiste hier als zusätzliches Angebot seit einem Jahr eine wichtige und engagierte Arbeit, machte Ziegler deutlich.

Seit dem 1. Juli 2008 können unter der Telefonnummer 0180 265 55 66 Pflegebedürftige, Angehörige, in der Pflege Beschäftigte, Nachbarn oder Pflegeeinrichtungen kostenfrei qualifizierte Beratung, Informationen und Hilfsangebote erhalten, wenn zum Beispiel Überforderungen in der Pflege zu Aggressionen und Gewalt führen oder wenn sich Pflegende mit Schuldgefühlen aufgrund von eigener Überforderung quälen.

Rund 750 Anrufe sind beim Pflegenotruf bisher eingegangen, der größte Teil betraf die häusliche Pflege mit den Schwerpunkten: Überforderung bei der Pflege der Angehörigen und Herausforderungen durch den Krankheitsverlauf von demenzkranken Familienmitgliedern. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Mitarbeiterinnen der Beratungs- und Beschwerdestelle war und ist die Fort- und Weiterbildung von Beschäftigten im stationären und ambulanten Pflegebereich, sie für das Thema „Gewalt in der Pflege“ zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, damit professionell in ihrer Arbeit umzugehen und entstehende Probleme und Konflikte lösen zu können. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet die Vernetzung mit anderen Akteuren aus dem sozialen und pflegerischen Bereich.

Die Beratungs- und Beschwerdestelle mit dem Pflegenotruf sei ein zusätzliches Angebot neben den vorhandenen Angeboten der staatlichen Heimaufsicht und denen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, sagte Ziegler. Diese beiden Einrichtungen überprüfen auch in ihrem Zuständigkeitsbereich durch voneinander unabhängige Kontrollen die Qualität der Pflege in den Heimen und ambulanten Diensten.

Das Beratungstelefon „Pflege in Not Brandenburg“ ist im Rahmen der Landespflegeinitiative als gemeinsames Projekt vom Diakonischen Werk Potsdam e. V., der AOK Brandenburg und dem Sozialministerium ins Leben gerufen worden und „beispielgebend dafür, wie die Idee der Pflegeinitiative mit ihrem Inhalt und Engagement lebendig ist und weitergetragen wird“, so Ziegler. Die Ministerin wies darauf hin, dass Brandenburg das erste neue Bundesland sei, das einen Pflegenotruf und eine Beratungsstelle für Konflikte und Gewalt in der Pflege eingerichtet habe. Mit insgesamt über 100.000 Euro an Lottomitteln unterstützte das Sozialministerium im vergangen und in diesem Jahr das Projekt.

Franz Josef Lünne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Brandenburg betonte: „Nach einem Jahr Aufbauarbeit sowie vielen Gesprächen und konkreten Hilfsaktionen können wir stolz auf den funktionierenden Pflegenotruf sein. Die Nachfrage zeigt, dass wir damit eine Beratungslücke in Brandenburg geschlossen haben. Wir werden unser Engagement in der Präventions- und Aufklärungsarbeit zum Thema Gewalt und Konflikte in der Pflege aber nicht vernachlässigen. Im Zuge des weiteren Aufbaus der Pflegestützpunkte im Land kommt ‚Pflege in Not Brandenburg‘ eine wichtige Aufgabe zu.“

Rückblickend auf ein Jahr Pflegenotruf in Brandenburg sagte dessen Leiterin Stefanie Eggers vom Diakonischen Werk Potsdam e. V.: “Wir spüren, dass die Menschen froh und dankbar dafür sind, dass sie bei uns ein offenes Ohr finden. Oft sprechen sie zum ersten Mal über ihre Sorgen und Nöte. Wir merken, dass wir eine wichtige Brücke bilden zwischen den zu Pflegenden und deren Angehörigen, den Pflegefachleuten und den Behörden. Wichtig für uns ist, dass unsere Beratungsstelle noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt wird, damit möglichst viele im Land, die Rat und Hilfe bei Konflikten in der Pflege suchen, unser Angebot kennen und nutzen können.“

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